Breitband-Internet setzt sich in Deutschland nur langsam durch
44 Prozent der Deutschen haben noch eine private Internetverbindung mit einem 56K-Modem oder langsamer.
Die deutschen Internet-Nutzer verfügen im europäischen Vergleich über den höchsten Anteil an relativ schnellen Internetzugängen, also über ISDN, LAN, DSL oder Kabelmodem. Dies hat Nielsen//Netratings in seiner jüngsten Studie herausgefunden. Allerdings finden die Marktforscher einen Haken: In Deutschland sei ISDN weit verbreitet, während es bei LAN, DSL oder Kabelmodem nach den Niederlanden, Frankreich, Schweden und Spanien nur noch einen Platz im hinteren Mittelfeld belegt, heißt es weiter. Großbritannien, Irland und Italien bilden hier das Schlusslicht.
In Deutschland hatten im September 2002 rund 36 Prozent der privaten Internetnutzer einen Zugang via ISDN und 20 Prozent eine Breitbandverbindung. Vor einem halben Jahr hatten 15 Prozent eine solche Verbindung. 44 Prozent der deutschen Surfer haben noch Modem-Verbindungen mit 56 kBit/s und langsamer. Allerdings hat sich die Anzahl der Zugänge via LAN, DSL oder Kabelmodem innerhalb von einem Jahr verdreifacht. Dabei gilt: "Je schneller die Geschwindigkeit ist, mit der die Nutzer im Internet surfen, desto intensiver wird das Internet genutzt", kommentiert Benedikt Grundemann-Falkenberg von Nielsen//NetRatings die Untersuchung. Ein Surfer mit einem DSL-Anschluss besuche fast viermal mehr Seiten im Internet und verbringe dort die dreifache Zeit wie ein Nutzer mit einem konventionellen 56K-Modem.
Bei den Wachstumsraten der privaten Internet-Zugänge von zu Hause liegt Deutschland laut der Studie im europäischen Vergleich auf dem dritten Platz. Im September 2002 verfügten 23 Prozent mehr Deutsche über einen heimischen Internetzugang als im gleichen Monat des Vorjahres. Insgesamt seien es zurzeit 35,4 Millionen. Spanien hatte in den vergangenen zwölf Monaten mit 45 Prozent die höchste Wachstumsrate unter den europäischen Ländern, gefolgt von Frankreich mit 30 Prozent. In Spanien surfen heute 10,7 Millionen Menschen von zu Hause aus, jeder vierte davon mit einem Hochgeschwindigkeitszugang. (anw)