Sega geht auf Einkaufstour
Das japanische Spielestudio spricht derzeit mit Spieleentwicklern in Europa und den USA über deren Übernahme.
Sega will offensichtlich auf außerjapanischen Märkte stärker expandieren. Laut einem Bericht des Wall Street Journal verhandelt das japanische Spielestudio mit kleineren Spieleentwicklern in Europa und USA über deren Übernahme. Zwar rechnet Sega für das laufende Geschäftsjahr mit umgerechnet 180 Millionen Euro Gewinn, also 58 Millionen Euro mehr als im vorigen Geschäftsjahr, doch liegen die Wachstumsraten auf dem heimischen Markt unter den Erwartungen, heißt es in dem Bericht.
Der schwächelnde Absatz in Japan soll nun anscheinend durch die Expansion nach Europa und den USA kompensiert werden. Mit den Spieleentwicklern vor Ort will Sega Produkte auf den Markt bringen, die das Publikum dort besser ansprechen sollen. Mit welchen Firmen Sega zurzeit spricht, wollte COO Tetsu Kayama nicht verraten. Die Chancen für die Übernahmegespräche dürften nicht schlecht stehen, denn die Kosten für die Entwicklung von Spielen sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen und für kleinere Firmen kaum noch tragbar.
Die Strategie ist für Sega nicht ganz neu. Bereits im Jahr 1999 erwarb die Firma den kalifornischen Sportspieleentwickler Visual Concepts, um dem US-amerikanischen Marktführer in diesem Bereich, Electronic Arts, auf die Pelle zu rücken. Sega hat laut dem Bericht auf der Einkaufstour hauptsächlich Unternehmen im Blick, die auf Spielegattungen spezialisiert sind, bei denen die Japaner bisher einen schweren Stand haben: Rollenspiele, Action und Simulationsspiele. (anw)