Internet-Dienstleister GFT tiefer in den roten Zahlen

Bei leicht gestiegenem Umsatz muss der Internet-Dienstleister, zu dessen Hauptkunden Deutsche Bank und Deutsche Post zählen, höhere Verluste hinnehmen.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Nach einer reduzierten Umsatzprognose ist gut wirtschaften, sollte man meinen. Der Internet-Dienstleister GFT, der bereits Mitte Juli warnte, man werde den Umsatz von 230 Millionen Euro für das Geschäftsjahr nicht erreichen, berichtet denn auch ganz stolz von einem im zweiten Quartal um 8 Prozent gestiegenen Umsatz. Im zweiten Quartal fielen Umsätze von 43,1 Millionen Euro an; im ersten Halbjahr waren es 82,9 Millionen Euro. Schon bei der Vorlage der Bilanzen für 2001 allerdings wurde vor allem die positiven Effekte der Übernahme der emagine-Gruppe von der Deutschen Bank hervorgehoben; diese Sparte, die selbstständig arbeitende IT-Experten an Großunternehmen verleiht und Projektgeschäft betreibt, ist nun mit den Freelancern zum Großteil für die Umsatzsteigerung verantwortlich.

Gewinne machte die GFT Technologies AG, die neben Deutschland in den USA, Großbritannien und Irland, Österreich, Spanien, der Schweiz sowie Ungarn vertreten ist, im ersten Halbjahr nicht. Die Verluste vor Zinsen und Steuern betrugen im ersten Halbjahr 8,2 Millionen Euro; im zweiten Quartal lagen sie alleine bei 5,0 Millionen Euro. Zu den Hauptkunden der GFT zählen immer noch die Deutsche Bank und die Deutsche Post -- mit 65 Prozent entfielen knapp zwei Drittel der Umsätze auf diese beiden Kunden, die gleichzeitig zu den größten Einzelaktionären bei GFT zählen: Ein Viertel der GFT-Aktien hält die Deutsche Bank, die Deutsche Post 12 Prozent. Für die Deutsche Post entwickelte GFT beispielsweise die elektronische Briefmarke Stampit.

Bereits im Juli hatte der Dienstleister den Abbau von rund einem Zehntel der Arbeitsplätze angekündigt, was bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal noch einmal bekräftigt wurde: Bis zum Jahresende soll es bei GFT 100 bis 120 Arbeitsplätze weniger geben. Darüber hinaus werde "die Möglichkeit punktueller Kurzarbeit an den Standorten in Deutschland und Spanien überprüft". Dies führt GFT auf die Konjunkturlage zurück: "Die aktuelle Entwicklung in der IT-Dienstleistungsbranche geht über einen kurzfristigen Konjunktureinbruch hinaus", meint Markus Kerber, Finanzvorstand bei GFT. Zum Ende des Jahres rechnet die Firma nun mit einem Gesamtumsatz von 165 Millionen Euro und "einem positiven Ergebnis auf EBITDA-Basis vor Restrukturierungskosten". (jk)