Ein Jahr iMonitor bei heise online

Im vergangenen Jahr haben unsere User mehr als 12.000 Meldungen über Störungen bei ihrem Internet-Zugang in iMonitor eingetragen.

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Von
  • Michael Wilde

Vor einem Jahr ist mit iMonitor bei heise online ein Dienst an den Start gegangen, mit dem sich die User untereinander über Störungen bei ihrem Internet-Zugang informieren. iMonitor sorgt damit für eine etwas größere Transparenz in der Provider-Landschaft und erlaubt es dem Anwender, bei einer Störung besser abzuschätzen, ob das Problem in seinen eigenen vier Wänden zu suchen ist oder vom Provider ausgeht.

Die Informationen über Störungen stammen direkt von den Betroffenen: Fällt beispielsweise der DSL-Zugang aus, weichen die User auf Modem oder ISDN aus und füllen ein detailliertes Störungsformular aus, das unter anderem den Provider, die Telefongesellschaft und den Grund der Störung abfragt. Inzwischen sind mehr als 12.000 Meldungen über individuelle Störungen eingetroffen. Bei über 7.600 Meldungen haben unsere User nicht nur den Beginn einer Störung mitgeteilt, sondern später auch das Ende angegeben.

In den ersten Tagen nach dem Freischalten des Dienstes beäugten die Provider den iMonitor noch ziemlich kritisch. Doch diese Haltung hat sich schnell geändert, nachdem deutlich wurde, dass iMonitor wertvolle Informationen liefert. Einige Provider benutzen iMonitor jetzt sogar, um den eigenen Support zu unterstützen. So haben uns verschiedene User davon berichtet, dass ihnen beim Aufruf bei der Provider-Hotline genau die Meldung aus dem iMonitor vorgelesen wurde, die sie zuvor bei uns eingegeben hatten. Es kommt auch schon mal vor, dass ein Mitarbeiter den Anrufer zunächst mit den Worten "Da muss ich mal in iMonitor nachsehen" um Geduld bittet.

Analysiert man die Störungsmeldungen, so sagt iMonitor auch einiges über die Marktanteile der Provider und Telekommunikationsunternehmen sowie die Vorlieben der Benutzer aus. Mit 78 Prozent der Störungsmeldungen ist T-Online unangefochtener Spitzenreiter bei den Störungsmeldungen. Der Zweitplazierte, 1&1, bringt es nur auf 12,4 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgen Arcor (3,1 Prozent) und QSC (2,4 Prozent). Diese Zahlen sagen allerdings wenig über die technische Qualität der einzelnen Provider aus, denn ein Provider mit vielen Kunden wird auch entsprechend viele Störungsmeldungen generieren.

Bei den Telefongesellschaften, über die die Internet-Verbindung erfolgt, ergibt sich ein noch deutlicheres Bild. Bei 94,4 Prozent der Störungsmeldungen gaben die User an, dass sie Kunde der Telekom sind. Arcor bringt es nur auf 2,6 Prozent. Die anderen Telefongesellschaften haben in der Statistik schon fast keine Bedeutung mehr.

Die Störungsmeldungen des vergangenen Jahres betrafen zu fast 91 Prozent DSL-Zugänge. ISDN (6,9 Prozent) und vor allem das Modem (1,9 Prozent) scheinen beim Internet-Zugang für die User von heise online nicht mehr besonders beliebt zu sein. Auch bei den Tarifen sind die Vorlieben deutlich zu erkennen. 88 Prozent der Meldungen bezogen sich auf Flatrates, nur 9,6 Prozent auf Standardtarife und der Rest auf Internet-by-Call-Verbindungen. Natürlich sind die Nutzer einer Flatrate eher dazu geneigt, eine Störung zu melden, weil das Ausweichen auf einen alternativen Provider zusätzliche Kosten verursacht. Beim Ausfall der DSL-Flatrate gibt es darüber hinaus nur langsamere Backup-Lösungen, da DSL immer nur mit einem Provider funktioniert. Beim Internet-by-Call ist es dagegen ohne Probleme möglich, auf eine Alternative zu wechseln..

Nicht jede Störung äußert sich gleich: In knapp 39 Prozent der Fälle gaben unsere User an, dass sie sich nicht im Internet anmelden konnten. Bei fast 32 Prozent meldet sich die Gegenstelle erst gar nicht. 22 Prozent der Störungen zeigen sich durch einen sehr niedrigen Datendurchsatz. Sechs Prozent wurden durch das DSL-Modem angezeigt: hier leuchtete die Sync-Diode rot und signalisierte damit, dass das Modem keine Verbindung zur Gegenstelle aufbauen kann.

Aus den Metropolen treffen naturgemäß die meisten Störungen ein: München (1,3 Millionen Einwohner) führt mit 6,3 Prozent vor Berlin (3,4 Millionen) mit 5,8 Prozent und Frankfurt am Main (615.000) mit 2,7 Prozent. An vierter Stelle folgt bereits Aachen: 2,2 Prozent der Störungen wurden aus der Stadt mit nur 255.000 Einwohnern (aber sehr vielen c't-Lesern und heise-online-Usern) gemeldet.

iMonitor informiert die Redaktion von heise online/c't automatisch, wenn die Anzahl der neu eintreffenden Störungsmeldungen deutlich über dem Durchschnitt liegt. Stellt sich bei der anschließenden Recherche heraus, dass ein großer Leserkreis betroffen ist, informiert der Newsticker über Ursachen und Ausmaß der Störungen -- beispielsweise im Mai beim T-DSL-Ausfall im Südwesten, für den nach unseren Statistiken bisher die meisten Störungen an einem Tag eingetroffen sind. (mw)