Proteste gegen Mobilfunk-Sendemasten an türkischen Moscheen
An türkischen Moscheen ragen außer Minaretten immer mehr Mobilfunk-Sendemasten in den Himmel -- das bleibt nicht immer ohne Widerspruch.
An türkischen Moscheen ragen außer Minaretten immer mehr Mobilfunk-Sendemasten in den Himmel. Zugleich mehren sich die Proteste gegen die Benutzung der Gotteshäuser als Basisstationen der Mobilfunkbetreiber. In der westtürkischen Stadt Bursa wurden am Mittwoch acht Menschen in Polizeigewahrsam genommen, die sich an einer Demonstration gegen die Errichtung einer solchen Station beteiligt hatten, berichtet dpa. Auch in türkischen Zeitungen wird die Vermietung der Moscheen zu kommerziellen Zwecken zunehmend als "Skandal" und "Schande" kritisiert.
Für die Erlaubnis, Funkmasten an oder auf Moscheen zu betreiben, müssen die Mobilfunkbetreiber eine Jahresgebühr von 4500 US-Dollar (4600 Euro) bezahlen. Nach Angaben der staatlichen Behörde für religiöse Angelegenheiten sollen die Einnahmen für die Pflege und die Restaurierung der Bauwerke verwendet werden.
Auch in Deutschland hat die Ausstattung sakraler Bauten mit Mobilfunkantennen immer wieder zu Protesten geführt. Bei den christlichen Glaubensgemeinschaften haben einzelne Bistümer und Landeskirchen deshalb beschlossen, auf diese attraktive Einnahmequelle zu verzichten. (wst)