Nintendo soll gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben

Der japanische Spielkonsolen-Hersteller Nintendo muss wegen Verstoßes gegen europäische Kartellrichtlinien ein Bußgeld zahlen.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Der japanische Spielkonsolen-Hersteller Nintendo muss wegen Verstoßes gegen europäische Kartellrichtlinien ein Bußgeld zahlen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreise. Über die Höhe des Bußgeldes ist noch nichts bekannt.

Einzelheiten über das seit zwei jahren laufende Verfahren waren erstmals im Februar durchgesickert. Demnach soll Nintendo illegale Absprachen mit Importeuren und Händlern in Europa getroffen haben: Jedem der Unternehmen wurde ein Staat in der Europäischen Union zugeteilt, in dem die jeweilige Firma exklusiv die Nintendo-Produkte vertreiben sollte. Die Unternehmen wurden von Nintendo verpflichtet, Parallelhandel -- also Exporte in andere Länder über inoffizielle Kanäle – zu verhindern, um das Preisgefälle in verschiedenen Ländern zu erhalten. Um dieser Verpflichtung nachzukommen, hätten die Unternehmen ihren Groß- und Einzelhandelskunden Exportverbote erteilt und deren Einhaltung auch kontrolliert, darüber hinaus würde dem Einzelhandel der Preiswettbewerb erschwert.

Die offizielle Mitteilung über die verhängten Sanktionen soll innerhalb der nächsten zehn Tage erfolgen. Laut Wall Street Journal betont Nintendo, die Geschäftspolitik mittlerweile an die EU-Richtlinien angepasst zu haben. (wst)