General Electric will nicht mehr mit Honeywell fusionieren

Auch wenn EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, der die Fusion im Sommer 2001 verboten hatte, mit seiner Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof scheitern sollte, will der weltgrößte Mischkonzern die Fusion nicht weiter verfolgen.

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General Electric (GE), größter Mischkonzern der Welt und derzeit im deutschen Werbefernsehen auffällig aktiv, will nicht mehr mit dem US-Unternehmen Honeywell fusionieren. Auch wenn EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, der die Fusion im Sommer vergangenen Jahres verboten hatte, mit dieser Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof scheitern sollte, werde sein Konzern die Fusion nicht weiter verfolgen, sagte GE-Chef Jeffrey Immelt in einem Gespräch für die Montagsausgabe des Handelsblatts.

Monti hatte in den vergangenen Tagen mehrere Niederlagen vor dem Gerichtshof erlitten, als die Richter von ihm verbotene Fusionen im Nachhinein doch genehmigten. Immelt kündigte aber an, seine Klage gegen das Fusionsverbot mit Honeywell "aus prinzipiellen Gründen" nicht zurückzunehmen. Der Chef des Mischkonzerns rechnet in diesem Jahr für sein Unternehmen mit einem zweistelligen Wachstum. Es werde allerdings schwierig, dieses Ergebnis im nächsten Jahr wieder zu erzielen. "Wir sind in der Lage, organisch um das Zweieinhalbfache des prozentualen Anstiegs des Bruttoinlandsproduktes zu wachsen."

Immelt betonte, GE könne nun zum ersten Mal ernsthaft ein Auge auf Deutschland werfen. "Wir haben nie einen wirtschaftlichen Weg gefunden, in diesen Markt hereinzukommen. Aber inmitten der ganzen Turbulenzen in der deutschen Finanzwirtschaft könnten sich für uns in den nächsten zwölf Monaten erstmals echte Chancen ergeben." Allerdings werde GE nur ein Portfolio oder einen Teil einer Bank kaufen. Der Mischkonzern ist nach jüngsten Statistiken hinter Microsoft "zweitwertvollstes Unternehmen". (anw)