France Telecom trifft keine Entscheidungen zu MobilCom

France Telecom muss sich noch in dieser Woche entscheiden, MobilCom-Schulden von rund sieben Milliarden Euro zu übernehmen oder mit der Weigerung die Insolvenz des Unternehmens auszulösen.

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  • dpa

Über die Zukunft des existenzbedrohten deutschen Mobilfunkanbieters MobilCom hat Großaktionär France Telecom auf seiner Verwaltungsratssitzung am Montagabend keine Entscheidungen getroffen. Von französischen Gewerkschaftsvertretern verlautete jedoch, France Telecom sei auf gutem Weg zu einer Lösung, das Büdelsdorfer Unternehmen vor der Insolvenz zu retten. Der neue Konzernchef Thierry Breton, der die Sitzung am Montagabend in Paris leitete, will am Dienstagvormittag die Entwicklung bei France Telecom erläutern.

"Es wurde über die bisherigen Vorgänge bei MobilCom beraten und es wurden die Neun-Monats-Ergebnisse des Konzerns besprochen", sagte eine Unternehmenssprecherin nach dem Ende der Sitzung am Montagabend in Paris. Es seien keine Grundsatzentscheidungen getroffen worden, hieß es weiter. Von Gewerkschaftsvertretern hieß es zu MobilCom: "Die entscheidenden Verhandlungen sind in Deutschland im Gang." Näheres könne nicht gesagt werden, es sei Verschwiegenheit vereinbart worden.

France Telecom muss sich noch in dieser Woche entscheiden, MobilCom-Schulden in der Größenordnung von rund sieben Milliarden Euro zu übernehmen oder mit der Weigerung die Insolvenz des Unternehmens auszulösen. Am Donnerstag werden erneut Kredite über 4,7 Milliarden Euro fällig, die verlängert werden müssen.

France Telecom hatte signalisiert, dass der Konzern Schulden von rund 6,8 Milliarden Euro übernehmen will, wenn MobilCom im Gegenzug weitere Ansprüche und Forderungen fallen lässt. France Telecom will auf alle Fälle vermeiden, den eigenen extremen Schuldenstand von rund 70 Milliarden Euro weiter zu erhöhen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung verlangen die Franzosen, dass auch staatliche deutsche Banken MobilCom mit rund 350 Millionen Euro unter die Arme greifen, wie es die Bundesregierung kurz vor der Bundestagswahl in Aussicht gestellt hatte. (dpa) / (wst)