Virtueller 5.1-Sound für alle PCs

Dolby will mit der so genannten "Virtual Speaker"-Technik für alle PC-User virtuellen Mehrkanalton aus nur zwei Lautsprechern zaubern.

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Dolby will mit der so genannten "Virtual Speaker"-Technik für alle PC-User virtuellen Mehrkanalton aus nur zwei Lautsprechern zaubern. Ermöglicht wird dies durch "Digital Signal Processing", also der Bearbeitung von Audiosignale nach einem vorgegebenen Algorithmus. Das neue Verfahren basiert nach Angaben der Entwickler auf einem gegenüber bisherigen Techniken überarbeiten psychoakustischen Modell, das in der Lage sein soll, einen naturgetreuen virtuellen 5.1-Sound zu erzeugen.

An die neue Technik soll der PC-User auf zwei verschiedene Arten gelangen: Einerseits bietet Dolby den Algorithmus PC-Boxenherstellern an, anderseits ist eine Integration in die Software-DVD-Player von CyberLink (PowerDVD) und InterVideo (WinDVD) geplant. Letzteres erinnert an die "Dolby Headphone"-Edition von WinDVD 3.0, die über jeden gewöhnlichen Kopfhörer bis zu fünf virtuelle Lautprecher um die Ohren des Zuhörers platzierte.

Dolby Headphone kam mit jedem Multikanalformat zurecht; einen eventuell vorhandenen Tiefton-Effektkanal (.1) mischt es dem rechten und linken Kanal vor dem eigentlichen Signal-Processing bei. Aus Stereomaterial wurde aber kein Surround-Sound, hier sollte Dolby Headphone nur zwei virtuelle Frontlautsprecher erzeugen. Anders soll es bei der "Virtual Speaker"-Technik aussehen: Auf Grundlage von Dolby Pro Logic II (das hier sozusagen als Vorarbeiter tätig wird) soll 5.1-Sound auch von zweikanaligen Quellen wie Wave- oder MP3-Stücken erzeugt werden können.

Das "Dolby Virtual Speaker"-Programm ist Teil der "Dolby im PC"-Kampagne. Schon seit geraumer Zeit schickt sich Dolby an, die Computerwelt zu erobern, spielt dort allerdings (bis auf den Einsatz bei der Wiedergabe von DVDs) bislang nur eine untergeordnete Rolle. Unter der Bezeichnung "Dolby Interactive" entwickelte das Unternehmen schon vor einiger Zeit das Konzept, Soundkarten künftig mit einem Encoder-Chip (ähnlich dem in der Xbox und auf Mainboards mit nForce-Chipsatz) auszustatten, um alle ausgehenden Audiosignale (einschließlich EAX-Mehrkanal-Spielesound) in einen Dolby-Digital-Datenstrom umzuwandeln, der dann von einem Dolby-Digital-Verstärker verarbeitet werden könnte. Bislang ist uns jedoch kein Soundkartenhersteller bekannt, der diesem Vorschlag gefolgt wäre.

Die Dolby Headphone zugrunde liegende Technik stammt übrigens von Lake Technology und nicht von Dolby selbst, Dolby Pro Logic II wurde wiederum von Jim Fosgate (Fosgate Audionics) entwickelt. (nij)