Staatsanwaltschaft prĂĽft Bilanzen von Vivendi

2000 und 2001 sollen falsche Bilanzen veröffentlicht und "falsche oder irreführende Informationen über die Perspektiven" des Medienkonzerns verbreitet worden sein.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Nach einer Klage von Kleinaktionären will die Pariser Staatsanwaltschaft die Bilanzen des hochverschuldeten Medienkonzerns Vivendi Universal prüfen. In den Geschäftsjahren 2000 und 2001 sollen falsche Bilanzen veröffentlicht und "falsche oder irreführende Informationen über die Perspektiven" des Unternehmens verbreitet worden sein, erklärte ein Sprecher der Pariser Staatsanwaltschaft laut dpa.

Vertreter der Kläger sprachen von einem "ersten Sieg ruinierter Kleinaktionäre". Die Klage war im Juli eingereicht worden, nachdem Jean-René Fourtou zum Nachfolger Messiers ernannt worden war. Die Untersuchungen "gegen unbekannt" richten sich zunächst nicht direkt gegen den früheren Vivendi-Chef Jean-Marie Messier. Der Anwalt des früheren Vivendi-Universal-Chefs erklärte unterdessen, die Bilanzen des Unternehmens seien "immer korrekt gewesen".

Messier war 1996 an die Spitze des einstigen nationalen Wasserversorgers Générale des Eaux gerückt. Durch milliardenteure Übernahmen zur Zeit der Börsenhöchststände schuf er einen Weltkonzern, der im Film (Universal Studios), Fernsehen (Canal+), Internet, Mobiltelefon, Musikgeschäft und Pressewesen engagiert ist. Ohne die Wassersparte, deren Mehrheit abgestoßen werden soll, häufte Messier dabei einen Schuldenberg von zuletzt rund 19 Milliarden Euro an. Im vergangenen Jahr verbuchte Vivendi Universal durch Sonderabschreibungen einen Rekordverlust von 13,6 Milliarden Euro. (wst)