Europa im Online-Weihnachtskaufrausch
Marktforscher rechnen trotz Wirtschaftsflaute fĂĽr das vierte Quartal mit einem weltweiten Wachstum beim Online-Shopping von 48,4 Prozent; Europa ĂĽberholt dabei Nordamerika.
Die Marktforscher von GartnerG2 glauben, dass im laufenden Weihnachtsquartal in der Region Europa erstmals mehr Nutzer online einkaufen als in Nordamerika. Sie rechnen für Europa bei 74,7 Prozent Wachstum mit 15,77 Milliarden US-Dollar Umsatz, was einem weltweiten Marktanteil von 41,3 Prozent entspricht. Im Weihnachtsgeschäft 2001 betrug er 35 Prozent. Weltweit soll das Onlinegeschäft im vierten Quartal um 48,4 Prozent auf 38,2 Milliarden US-Dollar wachsen. Damit scheint sich ein Boom fortzusetzen, der sich schon im Vorjahr in den USA und hierzulande andeutete.
Auch in Nordamerika soll sich demnach der Online-Handel gut entwickeln, allerdings mit einem Wachstum von 32,1 Prozent auf 15,66 Milliarden US-Dollar nicht ganz so schwungvoll. Deshalb nimmt der Marktanteil Nordamerikas hier voraussichtlich von 46,1 Prozent um 5,1 Prozentpunkte ab. Die restlichen Regionen folgen mit Abstand: Asien/Pazifik mit 3,32 Milliarden US-Dollar bei 8,7 Prozent Marktanteil, Japan mit 1,93 Milliarden US-Dollar und 5,1 Prozent und der Rest der Welt mit 1,52 Milliarden US-Dollar Umsatz und 4 Prozent Marktanteil.
Michael Cruz von Gartner weist die Händler darauf hin, dass sie sich trotz der Rezession auf das Wachstum vorbereiten sollten. Im März waren die Analysten von GartnerG2 mit ihrem Urteil über den Online-Markt noch vorsichtiger. Einserseits hatten sie die Händler angesichts des geringen Anteils am Gesamtmarkt davor gewarnt, zuviel in den Sektor zu investieren. Andererseits seien die europäischen Einzelhändler noch zu zögerlich, neue Vertriebswege zu erschließen. (anw)