IT-Dienstleister EDS will 5500 Arbeitsplätze abbauen

Der zweitgrößte US-amerikanische Computerdienstleister will seine Profitabilität steigern und deshalb in den kommenden Monaten seine Belegschaft um 4 Prozent verringern.

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Dick Brown, Chef des zweitgrößten US-amerikanischen Computerdienstleister Electronic Data Systems (EDS), ist von dem Ergebnis des vergangenen Quartals enttäuscht: "Wir nehmen die notwendigen Schritte vor, um unser Geschäft den gegenwärtigen Marktkonditionen anzupassen und um das Unternehmen wieder auf den Weg zu höheren Gewinnen zu bringen." Um die Profitabilität zu steigern will das Unternehmen seine Belegschaft in den kommenden Monaten um 4 Prozent verringern, also bis zu 5.500 Arbeitsplätze abbauen. Die ersten 800 bis 1.000 Stellen werden bis zum Jahresende gestrichen, teilte EDS am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Angestrebt werde der Abbau von drei bis vier Prozent der Stellen.

Mindestens 1.500 Arbeitsplätze will EDS im kommenden Jahr an billigere Standorte in aller Welt verlegen. Das im texanischen Plano ansässige Unternehmen will außerdem andere Kostensenkungen in Höhe von 75 Millionen US-Dollar vornehmen und in den nächsten sechs bis acht Monaten mehr als 500 Millionen US-Dollar (507,6 Millionen Euro) durch den Verkauf von nicht-strategischen Vermögenswerten einnehmen.

EDS reagiert damit auf das schwache Geschäft mit Computerdienstleistungen und einen drastischen Rückgang des Auftragseingangs im dritten Quartal 2002 auf nur noch 3 Milliarden US-Dollar gegenüber 6,8 Milliarden US-Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. Die Kunden verzichten auf Zusatzleistungen und sparen, heißt es bei EDS. Einige europäische Kontrakte brachten geringere Umsätze als erwartet. Die Konkurse von US Airways und dem Telecom-Unternehmen WorldCom wirkten sich ebenfalls negativ aus.

Der Gewinn schrumpfte zwischen Juli und September deutlich auf 86 Millionen US-Dollar oder 18 Cent je Aktie gegenüber 212 Millionen US-Dollar oder 44 Cent je Aktie in der entsprechenden Vorjahreszeit. Wenigstens lag der Gewinn etwas oberhalb der im September angepeilten Zone. Der Quartalsumsatz fiel um drei Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verdiente EDS 755 Millionen US-Dollar oder 1,54 US-Dollar je Aktie. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Umsatz 958 Millionen US-Dollar oder 1,99 US-Dollar je Aktie. Die EDS-Aktien legten nachbörslich kräftig um mehr als 15 Prozent auf 15,85 US-Dollar zu. Der Aktienkurs war diesem Jahr um 80 Prozent eingebrochen. (anw)