Datasave vor dem Aus
Die Hamburger Software-Firma Datasave verkauft ihr Kerngeschäft und löst sich eventuell anschließend auf.
Die Hamburger Software-Firma Datasave verkauft ihr Kerngeschäft und löst sich eventuell anschließend auf. Die sinnvolle Fortführung des operativen Geschäfts sei auf Grund der Belastungen durch Umstrukturierungen nicht mehr möglich, berichtet dpa. Das Kerngeschäft, eine betriebswirtschaftliche Software für Versandhandelsunternehmen, werde an die MAC Deutschland GmbH verkauft, hinter der Hellmuth Slattner stehe, der Geschäftsführer der Datasave Schweiz AG.
Über den Verkauf soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 23. Dezember entscheiden: "Vorstand und Aufsichtsrat behalten sich vor, den Aktionären die Auflösung der Gesellschaft vorzuschlagen." Nach dem Verkauf des Kerngeschäfts blieben nur noch geringe Aktivitäten der Datasave AG übrig -- würde die Gesellschaft aufgelöst, so müssten die Vermögensgegenstände zu Geld gemacht und an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Das Unternehmen hat prominente Kunden wie Tchibo und Neckermann und ging auf dem Höhepunkt des Börsenbooms 2000 an den Neuen Markt, wo die Aktie zunächst mit 28 Euro notiert wurde. Anschließend ging es nur noch abwärts; mittlerweile gehört die Aktiengesellschaft zu den so genannten Penny Stocks.
Die letzte Neun-Monats-Bilanz weist bei einem Umsatz von 39,4 Millionen Euro einen Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 19,9 Millionen Euro aus. Im August senkte das Unternehmen seine Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf erneut und beschloss, die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten zu verkaufen. Dies und der Versuch, unter anderem durch Verlassen des Neuen Marktes Kosten zu sparen, halfen Datasave aber offensichtlich nicht über die Runden. (jk)