Telekom will IP-Durchleitung zur Konkurrenz verteuern

Die Telekom plant, die Durchleitung von IP-Traffic vom Telefonanschluss der Endkunden in fremde IP-Netze erheblich zu verteuern -- der VATM befürchtet Preiserhöhungen bei Internet-Providern.

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Die Deutsche Telekom plant, die Durchleitung von IP-Traffic vom Telefonanschluss der Endkunden in fremde IP-Netze erheblich zu verteuern. Dieser so genannte Tarif O.12 fĂĽr "IC-Verbindungsleistungen" legt fest, welchen Preis die Mitbewerber fĂĽr die ZufĂĽhrung der Endkunden an die Telekom zu entrichten haben. Momentan liegt die Spanne je nach Entfernung zwischen 0,0051 und 0,0154 Euro pro Minute.

Die neuen Tarife sollen nach dem Willen der Telekom am 1. Dezember in Kraft treten und liegen nach Angaben des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) rund 20 Prozent über den bisherigen. Eine solche Preisanhebung erfordert eine nachträgliche Entgeltregulierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP). Die Beschlusskammer 4 der Behörde hat für den morgigen Donnerstag eine Anhörung zu dem Thema angesetzt.

Der VATM befürchtet, dass viele Internet-Provider die Telekom-Preiserhöhung teilweise an ihre Endkunden weitergeben werden. Außerdem betont der Verband, dass die Telekom-Tochter T-Online von der Verteuerung in keiner Weise betroffen wäre: "Der Versuch der Telekom, einseitig die Kosten von alternativen Netzbetreibern massiv zu erhöhen und damit zwangsläufig deren Endkundenpreise nach oben zu treiben, käme einem Preisdiktat des Ex-Monopolisten gleich. Trickreich die eigene Tochter T-Online zu verschonen, macht die wettbewerbsfeindliche Strategie in dieser Angelegenheit mehr als deutlich", kommentierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. (hob)