Musikindustrie überprüft Ebay

Nach der Film- hat nun auch die Musikindustrie damit begonnen, Online-Auktionen unter die Lupe zu nehmen.

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Von
  • Gerald Himmelein

Zwischen 10 oder 12 Euro hatten die CDs gekostet -- da fiel es vielen Ebay-Bietern schwer, nein zu sagen. Doch wer die erstandene Ware später auspackte, fand statt des vermeintlich ersteigerten Schnäppchens einen selbst gebrannten Rohling. Der Absender war ein Essener Finanzbeamter, der unter dem selbstironischen Pseudonym "immerkrank" fingierte.

Mit einem anonymen Probekauf kam die deutsche Landesgruppe der internationalen Tonträgervereinigung IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) dem Raubkopierer auf die Schliche. Sie übergaben die Beweise an die Essener Staatsanwaltschaft, die eine Hausdurchsuchung anordnete. Dabei fand die Polizei "massenhaft Musikkopien" und CD-Rohlinge -- nach Angaben der IFPI hat "immerkrank" auf Ebay über 1000 Raubkopien verkauft.

Offenbar überwacht jetzt auch die Tonträgerindustrie die Online-Auktionshäuser. Von der Filmindustrie ist dies schon länger bekannt -- sie hatte unter anderem bereits vor zwei Jahren erreicht, dass Ebay.de den Verkauf von US-DVDs wegen der unklaren Rechtslage ablehnt. Natürlich versteigern bei Ebay nicht nur Raubkopierer ihre Ware. Wer Opfer eines derartigen Betrugs wird, sollte sich beim Dienst über den Anbieter beschweren, damit andere Nutzer nicht in dieselbe Falle tappen. (ghi)