Proteste gegen SMS in Indien
Die auch in Indien populären Kurzmitteilungen sind nach Ansicht von Traditionalisten eine Gefahr für die Ehe, Kultur und die innere Sicherheit.
Die auch in Indien populären Kurzmitteilungen per Handy sind nach Ansicht von Traditionalisten eine Gefahr für die Ehe, Kultur und die innere Sicherheit. SMS-Grüße könnten zu Scheidungen führen, warnte Subhash Gupta vom privaten Verein "Menschenrechtsrat" am Dienstag in Neu Delhi. Böswillige könnten mit falschen Kurzmitteilungen Zwietracht zwischen Ehepartnern säen. Außerdem würden junge Leute zu Liebesaffären verführt, die der indischen Kultur fremd seien, sagte Gupta. In Indien werden immer noch die meisten Ehen von den Eltern arrangiert. Als weiteres Argument führte Gupta an, Terroristen könnten per SMS Kontakt halten.
Bei einer Demonstration am Wochenende in New Delhi hatte sein Verein ein Verbot von Handy-Kurzmitteilungen gefordert. Als Zeichen des Protests wurde dabei auch ein Mobiltelefon verbrannt, heißt es in Medienberichten. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins India Today werden in Indien täglich bis zu 25 Millionen SMS verschickt. Weil das Mobilfunknetz überlastet sei, könne eine SMS bis zu sechs Stunden unterwegs sein, bevor sie den Adressaten erreiche.
In einigen arabischen Ländern und in Singapur wird versucht, die modernen Kurzmitteilungen für kulturelle Gepflogenheiten zu nutzen. Dort erlauben islamische Behörden zum Beispiel die Ehetrennung per SMS. Moslemische Männer in Malaysia dürfen dies hingegen seit etwas mehr als einem Jahr aber nicht mehr, da die Gefahr bestehe, dass sie voreilig und ohne Rechtfertigung handeln könnten. (anw)