Geschenke aus dem Netz
Marktforscher schätzen, dass der Online-Weihnachtsumsatz in diesem Jahr Rekordmarken erreicht.
Die Weihnachtseinkäufe im Internet werden in diesem Jahr in Deutschland und Europa deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. In diesem Jahr werden die Deutschen Weihnachtseinkäufe in Höhe von bis zu 2,2 Milliarden Euro online tätigen, teilt das US-Marktforschungsinstitut Forrester Research mit. Europaweit werde der Online-Weihnachtsumsatz den Rekordumfang von 7,6 Milliarden Euro erreichen -- nach etwas mehr als vier Milliarden Euro im Jahr zuvor.
Dagegen ermittelten die Marktforscher des US-Unternehmens Jupiter Research voraussichtliche Ausgaben von 4,5 Milliarden Euro europaweit und 1,1 Milliarden Euro in Deutschland. Daraus ergebe sich ein Wachstum von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. GartnerG2 rechnet fĂĽr das gesamte Weihnachtsquartal in Europa bei 74,7 Prozent Wachstum gegenĂĽber dem Vorjahr mit einem Online-Umsatz von 15,77 Milliarden US-Dollar. Weihnachten 2001 bestellten 42 Prozent der seinerzeit 25 Millionen Internet-Nutzer ihre Geschenke via Web; das waren acht Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.
Zwar kauften nach Schätzungen von Forrester in Deutschland 18 Millionen Menschen und damit mehr online ein als beispielsweise in Großbritannien, wo es 15 Millionen sind. Dennoch werde der Gesamtwert der Waren und Dienstleistungen mit 2,2 Milliarden Euro hinter dem der britischen Online-Einkäufer (2,6 Milliarden) zurückbleiben. Statt im Internet zu ordern zögen es die deutschen Verbraucher vor, online zu recherchieren und dann im Geschäft zu kaufen. Zudem besäßen lediglich 36 Prozent der Deutschen eine Kreditkarte. In Großbritannien liege dieser Wert dagegen bei 67 Prozent. In Deutschland bestünden zudem erhebliche Ängste vor einem Missbrauch der personenbezogenen Daten. Das können Gründe dafür sein, warum in Deutschland nur jeder vierte Händler im Internet Gewinn macht. (anw)