Statistikämter verschwenden Millionen für Software und IT

"Kein Ziel erreicht, keinen Termin eingehalten": Der Bundesrechnungshof rügt die verfehlte IT-Planung der deutschen Statistikämter.

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Von
  • Egbert Meyer

Durch schlechte IT-Organisation verschwenden deutsche Statistikämter jährlich mehrere Millionen Euro. Das monieren laut einem Vorbericht des Nachrichtenmagazins Spiegel der Bundesrechnungshof und elf Landesrechnungshöfe in einer gemeinsamen Untersuchung.

Unter anderem kritisiert der Rechnungshof, dass es bislang 17 Software-Entwicklungsstellen und 16 Rechenzentren gibt, obwohl die Aufgaben in allen Ländern nahezu gleich sind. Bisherige Kooperationen seien allerdings kläglich gescheitert. Nach zwölf Entwicklungsjahren befände sich das gemeinsame Informationssystem "Genesis" immer noch im Probebetrieb. Statt der geplanten 700.000 Euro seien über zehn Millionen ausgegeben worden. Vernichtendes Urteil der Prüfer: "Kein Ziel erreicht, keinen Termin eingehalten, keinen Kostenrahmen eingehalten, niemand für das Ergebnis verantwortlich, vom Markt und der Software-Entwicklung überholt."

Auch für überflüssige Statistiken straft der Bericht die Statistikämter ab. Bislang erstellen die rund 9000 Mitarbeiter in Bundes- und Landesbehörden insgesamt 350 verschiedene Statistiken. Darunter auch fachfremde Arbeiten, wie eine Studie über gefährdete Farne in Niedersachsen. Insgesamt entstünden für die überflüssige Datenflut Kosten in Höhe von über 500 Millionen Euro. (em)