Weiter Spekulationen um MobilCom-Rettung

Auch nach Abschluss eines Treuhändervertrages für die MobilCom-Anteile von Firmengründer Gerhard Schmid scheint die endgültige Rettung des angeschlagenen Unternehmens noch nicht sicher.

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  • dpa

Auch nach Abschluss eines Treuhändervertrages für die MobilCom-Anteile von Firmengründer Gerhard Schmid gehen die Spekulationen um die endgültige Rettung des angeschlagenen Unternehmens weiter. So berichtete die Berliner Zeitung, Schmids Weigerung, eine Bürgschaft zur Rückzahlung eines aus der MobilCom-Kasse entnommenen Millionenbetrages zu leisten, könne die Rettung des Unternehmens noch gefährden. Nach Informationen der Welt am Sonntag hat France Telecom unterdessen Zustimmung zu dem Treuhänder der MobilCom-Anteile von Firmengründer Gerhard Schmid, dem ehemaligen RTL-Chef Helmut Thoma, signalisiert.

Bei den Verhandlungen hatte Schmid strikt abgelehnt, eine Schuld über rund 70 Millionen Euro anzuerkennen. Der Betrag war im Zuge eines Aktien-Optionsgeschäfts an das Unternehmen seiner Frau geflossen. Schmid bestreitet grundsätzlich die Rechtmäßigkeit der von MobilCom und France Telecom an ihn gestellten Rückzahlungsforderungen. Eine Sprecherin Schmids wies den Bericht der Berliner Zeitung am Sonnabend in Frankfurt als "nicht plausibel" zurück. "Dieses Thema ist an Herrn Schmid in den letzten Tagen gar nicht mehr herangetragen worden", sagte die Sprecherin. Im übrigen sei der am Donnerstag unterzeichnete Treuhändervertrag von allen Seiten positiv aufgenommen worden. Jetzt sei MobilCom-Großaktionär France Telecom am Zuge und müsse sagen, wie es weitergehe.

Die Welt am Sonntag berichtet außerdem, dass die von Schmid zurückverlangten rund 70 Millionen Euro von MobilCom vorerst gestundet würden. Später könne womöglich ein Gericht den Streitfall klären. Zudem hieß es in der Zeitung, der Hamburger Online-Dienst Freenet.de, der mehrheitlich MobilCom gehört, wolle weiter an der seit langem angestrebten Übernahme des Festnetzgeschäftes von MobilCom festhalten. "Unserer Ansicht nach gehört das Festnetz zu Freenet, weil wir es als größter Kunde bis zu 90 Prozent auslasten", zitierte die Zeitung Freenet-Vorstandschef Eckart Spoerr.

Für MobilCom gibt es im Kampf gegen die Insolvenz jedenfalls eine Verschnaufpause. Am Freitag hatten die Banken auslaufende Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden Euro gestundet. MobilCom-Großaktionär France Telecom hatte zugesichert, das Unternehmen von rund sieben Milliarden Euro Schulden zu befreien. Dazu hatte Firmengründer Gerhard Schmid den Weg freigemacht. Nach wochenlangen zermürbenden Verhandlungen mit der Bundesregierung setzte er am Donnerstag seine Unterschrift unter einen Treuhändervertrag und zog sich damit -- wie von France Telecom im monatelangen erbitterten Streit gefordert -- aus den MobilCom- Angelegenheiten zurück. Schmids Aktienpaket und die Anteile der Firma seiner Frau verwaltet jetzt der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma, der auch im MobilCom-Aufsichtsrat sitzt. Der Medienmanager will erst zu seiner neuen Aufgabe Stellung nehmen, wenn die Unterschrift von France Telecom vorliegt. (dpa) / (jk)