Hightech-Firma der CIA floriert
1999 grĂĽndete die CIA eine Venture-Capital-Firma, um Startup-Firmen zu finanzieren, die fĂĽr den Geheimdienst und die nationale Sicherheit interessante Techniken entwickeln.
Was manchem ursprünglich wie ein schlechter Witz vorgekommen sein mag, entwickelt sich zur erfolgreichen Methode für den US-amerikanischen Geheimdienst CIA, an moderne Technikentwicklungen heranzukommen: Im September 1999 gründete die CIA eine Venture-Capital-Firma mitten im Silicon Valley, um Startup-Firmen zu finanzieren, die möglicherweise für den Geheimdienst interessante Techniken hervorbringen. Was als fünfjähriges Experiment gedacht war, entwickelte sich nach Angaben der Tageszeitung San Jose Mercury News nach dem 11. September zur Dauereinrichtung: Keine Schlapphüte und gerührten Martinis, wenn ein britischer Dienst überhaupt Vorbild für den CIA sein kann, dann ist Q der Mann der Stunde, nicht 007.
In-Q-Tel mit Sitz an der Sand Hill Road in Menlo Park, einem zentralen Anlaufpunkt der Venture-Capital-Firmen im Silicon Valley, soll die Entwicklung von kommerziell verwertbaren Techniken fördern, die gleichzeitig der nationalen Sicherheit dienlich sein können -- Firmen mit solch unterschiedliche Produkten wie einer E-Mail-Lösung für über weite Entfernungen zusammenarbeitende Teams, drahtlosen Sensoren für Sicherheitschecks an Flughäfen oder Sicherheitssoftware für große Unternehmen gehören zum Portfolio von In-Q-Tel. Ein besonderer Schwerpunkt soll in Zukunft auf Data Retrieval und Data Mining liegen: Schließlich müsse man die Masse unstrukturierter Daten in den Griff bekommen, die im Internet unterwegs seien. Da kann möglichweise dann auch das Pentagon mit seinem Projekt zur Internet-Überwachung von den In-Q-Tel-Investements profitieren.
Die von der CIA gegründete Firma ist, berichtet die Tageszeitung, besonders erfolgreich: Schließlich biete sie den Startups, die sie betreue, Zugang zu einer dauerhaft sprudelnden Quelle von Aufträgen beim Geheimdienst und anderen Behörden. Außerdem könne sie auf einen soliden finanziellen Background sowie mögliche Allianzen mit anderen Firmen verweisen, die In-Q-Tel finanziere. Außerdem hat In-Q-Tel inzwischen den Ruf, sehr genau zu untersuchen, in wen man investiere und ob die entwickelte Technik auch wirklich etwas tauge -- und dieser Ruf färbt offensichtlich auf die Unternehmen ab, die von der CIA-Firma Kapital erhalten. Der Erfolg von In-Q-Tel aber erregte auch bei anderen US-Behörden Aufmerksamkeit: So hat die Army im Verteidigungshaushalt für 2003 insgesamt 25 Millionen US-Dollar für eine Venture-Capital-Firma vorgesehen, die Versorgungstechniken für Soldaten im Kampfeinsatz fördern soll. (jk)