Banken stimmen Sanierungskonzept für Software-Unternehmen Bäurer zu
Eine Rettung des insolventen Software-Unternehmens wird immer wahrscheinlicher. Allerdings wird es einen drastischen Personalabbau geben.
Eine Rettung des insolventen Software-Unternehmens Bäurer wird immer wahrscheinlicher. Die Banken stimmten dem Sanierungskonzept von Insolvenzverwalter Volker Grub zu, teilt das Unternehmen mit. Demnach soll sich Bäurer auf das Kerngeschäft mit betriebswirtschaftlicher Standardsoftware für den Mittelstand konzentrieren. Die Folge ist eine drastische Verringerung der Standorte, Beteiligungen und des Personals. Etwa 280 Mitarbeiter müssen gehen. Derzeit gibt es bei Bäurer nach früheren Angaben etwa 430 Arbeitsplätze, der einstige Höchststand lag bei knapp 1000.
Das Konzept orientiert sich an den bisherigen Kunden von Bäurer, mit Neuaufträgen in größerem Umfang könne nicht gerechnet werden. Außerdem soll die Aktie vom Neuen Markt in den Geregelten Markt wechseln. Geplant ist auch eine finanzielle Sanierung, die neuen Investoren über eine Kapitalerhöhung ermöglichen soll, sich an der Gesellschaft zu beteiligen. Grub rechnet damit, dass das Insolvenzverfahren Anfang Dezember eröffnet wird.
Bäurer hatte sich mit hohen Investitionen im Ausland und ins E-Business übernommen. Die Hausbanken waren bereits vor dem Insolvenzantrag bereit gewesen, auf Forderungen zu verzichten. Der geplante Einstieg US-amerikanischer Finanzinvestoren scheiterte jedoch: Die Interessenten brachen die Gespräche ab, Bäurer musste am 23. Oktober Insolvenz anmelden. Vorstandchef und Firmengründer Heinz Bäurer trat am 6. November zurück. Weitergeführt werden nun nur die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen erzielte 2001 Umsätze von 76,4 Millionen Euro und einen Verlust von 40,9 Millionen Euro. (dpa) / (anw)