Online-Tickets fĂĽr das neue Tarifsystem der Bahn

Schnäppchenjäger haben bereits "Mitbahnzentralen" im Internet ins Leben gerufen.

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Von
  • Torge Löding

Die Deutsche Bahn startet heute den Online-Verkauf von Fahrkarten nach dem neuen -- unter anderem von Verbraucherschützern kritisierten -- Preissystem, das am 15. Dezember in Kraft treten soll. Reinhold Pohl, Leiter E-Commerce Personenverkehr der DB AG, zeigt sich vom Erfolg des Angebots überzeugt: "Ich bin sicher, dass die Plan&Spar-Preise auch im Internet ein Renner werden -- so wie schon der Vorgänger Surf&Rail bei unseren Kunden gut ankam."

Ein "elektronischer Preisberater" soll die Nutzer bei der Suche nach günstigen Tarifen unterstützen und darauf hinweisen, wenn sie noch nicht alle Rabatte voll ausgeschöpft haben. BahnCard-Inhaber sollen ihre Fahrkarte noch eine Stunde vor Abfahrt des Zuges online erwerben können, andere Kunden müssen sich mindestens drei Tage vorher entscheiden, damit die Bahn ihnen die Fahrkarte noch (portofrei) zuschicken kann. Platzreservierungen sind auch ohne BahnCard oder gleichzeitiger Ticketbestellung online bis eine Stunde vor Abfahrt möglich und werden per Kreditkarte bezahlt.

Unterdessen haben sich im Internet Schnäppchenjäger zusammengetan, um das neue Preissystem der Bahn ein wenig auszutricksen. Bei rund einem halben Dutzend "Mitbahnzentralen" wie unter www.bahnmitfahrzentrale.de können sich Reisewillige zu Reisegruppen zusammentun, um so vom Mitfahrer-Rabatt der DB zu profitieren. Auf diese Weise läßt sich bis zu 73 Prozent des normalen Einzelfahrpreis sparen. Unter den Rabattfüchsen findet sich auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der die Website www.ticket-teilen.de betreibt. "Wir wollen die Leute dazu bringen, statt mit dem Auto Zug zu fahren", sagte VCD-Sprecher Daniel Kluge der dpa.

Während die Deutsche Bahn AG in der Vergangenheit durch hartes Vorgehen gegen den Internet-Gruppenreisendienst Kartenfuchs.de von sich Reden machte, gibt sich das Unternehmen dieses Mal gelassen. "Im Konkurrenzkampf mit dem Auto freuen wir uns über jede Unterstützung", sagte Bahnsprecher Achim Stauß. (tol)