Erfreulicher Start ins Weihnachtsgeschäft für US-Online-Händler
In den USA hoffen die Online-Händler, dass das Weihnachtsgeschäft den Einkauf per Mausklick wie noch nie beflügelt.
In den USA soll das Weihnachtsgeschäft den Einkauf per Mausklick wie noch nie beflügeln. Obwohl die Einzelhändler bislang noch keine offiziellen Zahlen für die traditionell umsatzstarke Thanksgiving-Woche mit dem so genannten Black Friday vorgelegt haben, gibt es einige Hinweise auf ein Rekordergebnis für den E-Commerce. So ermittelten die Marktforscher von ComScore Media Metrix, dass die US-Bürger am Freitag nach dem Erntedankfest in diesem Jahr 195,6 Millionen US-Dollar online für Geschenke ausgegeben haben -- 30 Prozent mehr als die 150 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr.
Nielsen/Netratings vermeldete für den Freitag eine Steigerung von 18 Prozent beim Online-Umsatz im Vergleich zum Rest der Woche. Deren Kollegen von ShopperTrak haben für den gesamten Einzelhandel am vergangenen Freitag einen Umsatz von 7,4 Milliarden US-Dollar ermittelt -- 12 Prozent mehr als 2001.
"Ein großer Teil der Offline-Einkäufer kommt in die Online-Welt. Unser Stück am Kuchen wird größer", freute sich Patrick Gates, Vice President Commerce bei AOL Time Warner, gegenüber dem Wall Street Journal. Nach seiner Schätzung haben vier Millionen AOL-Nutzer die vergangene Woche für Weihnachtseinkäufe im Internet genutzt. Durchschnittlich habe jeder 269 US-Dollar ausgegeben. Insgesamt habe sich der Traffic im AOL-Shopping-Angebot zu dieser Zeit um 50 Prozent erhöht.
Auch das MSN-Portal von Microsoft soll nach Angaben eines Firmensprechers 50 Prozent mehr Besucher angelockt haben als noch im vergangenen Jahr. Und Amazon.com spricht von einem Run der Kunden auf Mobiltelefone, DVD-Spieler und andere Elektronik-Spielzeuge, ohne das allerdings an Zahlen festzumachen.
Sonderangebote und vor allem der Verzicht auf Versandgebühren durch viele Versender in der Thanksgiving-Woche haben dem E-Commerce also anscheinend einen kleinen Boom in der Vorweihnachtszeit beschert. In Deutschland sieht das allerdings ein wenig anders aus: Das Lager der Online-Muffel ist wieder größer geworden, glaubt man einer Studie des Marktforschungsinstituts Fittkau&Maaß. Der Anteil der Internet-Nutzer, die Weihnachtsgeschäfte im World Wide Web kaufen wollen, ist von 40 Prozent im Jahr 2000 auf nur noch 34 Prozent zurückgegangen. Schuld daran sei die verflogene Internet-Euphorie in Deutschland und schlechte Erfahrungen aus der Weihnachtszeit von vor zwei Jahren: Damals ließen die zahlreichen Online-Bestellungen die Logistik-Netze von Deutscher Post und Co teilweise zusammenbrechen. Viele Weihnachtsgeschenke erreichten ihren Bestimmungsort erst im neuen Jahr.
Der Meinung von Fittkau&Maaß sind aber nicht alle Marktbeobachter: So stellte das Allensbacher Institut für Demoskopie noch Mitte Oktober einen verstärkten Trend zum Online-Einkauf fest. Und Gartner prognostizierte, dass im letzten Quartal des laufenden Jahres in Europa erstmals mehr Nutzer online einkaufen würden als in den USA. (tol)