Undurchsichtige Filterregeln für Chinas Internet
Wissenschaftler der Harvard University haben von über 200.000 aufgerufenen Internet-Adressen ein Viertel zumindest zeitweise nicht erreichen können.
Nach einer neuen Studie des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University übt China die schärfste Zensur im Internet aus. Jedenfalls soll das Reich der Mitte bei der Zahl der blockierten Websites mittlerweile Saudi Arabien übertreffen. Die Wissenschaftler Jonathan Zittrain und Benjamin Edelman haben zwischen Mai und November 2002 festgestellt, dass von über 204.000 aufgerufenen Websites mehr als 50.000 zu einer bestimmten Zeit nicht allgemein zugänglich waren.
Die chinesische Regierung lässt viele unterschiedliche Websites mit Nachrichten und von politischen oder religiösen Organisationen blockieren, darunter Websites von Menschenrechtsorganisationen wie die von Amnesty International, Human Rights Watch oder Hong Kong Voice of Democracy. BBC ist immer unzugänglich, zeitweise CNN und das Times Magazine. Manche Websites wie die der Washington Post wurden auch wieder zugänglich gemacht. Die Wissenschaftler vermuten, dass einzelne Seiten blockiert werden und nicht mehr das gesamte Angebot. Nach welchen Kriterien tatsächlich verfahren wird, wird aber anhand der festgestellten Maßnahmen insgesamt nicht deutlich.
Siehe dazu in Telepolis: (anw)