Regierung will auf Aktienmehrheit bei France Telecom verzichten

Mit einem umfangreichen Sanierungsprogramm will sich die France Telecom bis zum Jahr 2005 erneuern.

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Von
  • Torge Löding

Mit einem vom Aufsichtsrat verabschiedeten Sanierungsprogramm will sich die France Telecom bis zum Jahr 2005 erneuern. In diesem Zusammenhang will der Konzern seine Investitionen 2003 deutlich senken und auch keine Dividende zahlen. Für das Gesamtjahr 2002 sollen neue Rückstellungen in Höhe von 5,5 bis 7 Milliarden Euro vorgenommen werden. Im kommenden Jahr müssen 15,2 Milliarden Euro Schulden zurückgezahlt werden, 2004 werden es vermutlich 15 Milliarden Euro sein und für 2005 stehen rund 20 Milliarden Euro an.

Das Unternehmen soll sich künftig ganz auf seine Kernkompetenzen konzentrieren -- also auf das Festnetzgeschäft, das von der Tochterfirma Orange betriebene Mobilfunkgeschäft, den Internet-Anbieter Wanadoo und den Hochgeschwindigkeitsdatendienst Equant. Von Anteilen an Firmen, die finanziell schwach oder strategisch uninteressant seien, werde sich der Konzern trennen.

Während der französische Staat seiner Telecom noch einmal eine Finanzspritze von Milliarden Euro verabreicht, bereiten die Vertreter der konservativen Regierung gleichzeitig den Rückzug aus dem Unternehmen vor. Anscheinend steht nun nämlich eine "Privatisierung" des ehemaligen Staatskonzerns an: Die Regierung will ihren Mehrheitsanteil (zurzeit 56,4 Prozent) auf unter 50 Prozent reduzieren.

Kündigungen sieht der Sanierungsplan nicht vor -- bis zum Jahr 2006 rechnet der Konzern allerdings mit 20.000 Pensionierungen und "natürlichen Abgängen". Diese Stellen sollen nicht wieder neu besetzt werden. (tol)