Unternehmen wollen sich zum Recycling von Handys verpflichten

Die unkontrollierte Abfallentsorgung ist weltweit eines der größten Umweltprobleme. Eine Vereinbarung zum Handyrecycling könnte den Einstieg in eine internationale Abfallübereinkunft bringen.

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Von
  • Angela Meyer

Am kommenden Montag beginnt die 6. Vertragsstaatenkonferenz der Basler Konvention. Diese UN-Konvention regelt weltweit zwischen mehr als 150 Vertragsstaaten den grenzüberschreitenden Verkehr von gefährlichen Abfällen. Ein Ziel dieses Übereinkommens ist auch, durch weltweite Partnerschaften mit der Industrie weitere Fortschritte bei der umweltgerechten Entsorgung von Abfällen zu erreichen.

Die erste derartige Erklärung soll nach Auskunft des Bundesumweltministeriums jetzt auf der fünftägigen Konferenz in Genf unterzeichnet werden. Zehn weltweit operierende Handy-Hersteller, darunter Siemens, wollen sich bereit erklären, künftig Rücknahmesysteme und das umweltgerechte Recycling von Mobiltelefonen in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern auf den Weg zu bringen. Damit wird für Handys im Rahmen des Basler Übereinkommens auf freiwilliger Basis das angestrebt, was mit der Elektroschrottrichtlinie in der EU in den kommenden Jahren verbindlich eingeführt werden soll.

In Genf beraten die Vertragsstaaten auch über Kontrollmechanismen zur Erfüllung des Basler Übereinkommens und das Vorgehen bei illegalen Exporten. So dürfen gefährliche Abfälle, zu denen auch Elektroschrott zählt, nicht aus Industriestaaten in Entwicklungsländer exportiert werden. Zwar sind seit Inkrafttreten des Übereinkommens 1992 die illegalen Abfallexporte stark zurückgegangen, aber das Problem ist damit weltweit nur teilweise gelöst. Schließlich sind wichtige Staaten wie die USA dem Abkommen nicht beigetreten. Seit dem Bericht "Exporting Harm: The High-Tech Trashing of Asia" ist die Belastung vor allem asiatischer Länder durch den Export von US-Computerschrott immer wieder Thema in den Medien.

Viele Staaten, insbesondere Entwicklungsländer, sind der Konvention beigetreten, weil sie sich Unterstützung beim Aufbau geeigneter Entsorgungs- und Kontrolleinrichtungen für die Abfallwirtschaft erhoffen. Dazu zählen auch China, Indien und Pakistan, deren Regierungen es laut "Exporting Harm" bisher aber nicht gelingt, die Abfallimporte und ihre menschen- und umweltbelastende Aufarbeitung im eigenen Land zu unterbinden. Derzeit stellt die unkontrollierte Abfallentsorgung eines der größten weltweiten Umweltprobleme dar. Auch im Basler Übereinkommen sind Anforderungen an die Abfallentstehung und -entsorgung bislang lediglich als Appelle formuliert. Ein Punkt in Genf ist deshalb die Frage, ob die Konvention zu einem umfassenden Abfallübereinkommen weiter entwickelt werden soll. (anm)