Deutsche Tochter zieht Schweizer IT-Dienstleister Systor in die mögliche Pleite
In Zürich hat das Bezirksgericht der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim IT-Dienstleister zugestimmt.
Das Bezirksgericht Zürich hat den Antrag der Schweizer Systor AG auf provisorische Nachlasstundung (Eröffnung eines Insolvenzverfahrens) gutgeheißen und einen Sachwalter (provisorischen Insolvenzverwalter) bestimmt. Von diesen Maßnahmen nicht betroffen ist die Systor Business Services AG. Wie der Verwaltungsrat in Zürich mitteilte, habe mit dem Anteilseigner UBS Capital und dem deutschen Bankenkonsortium keine Lösung für die Finanzierung des Unternehmens gefunden werden können.
Bereits am 25. November hatten die deutschen Tochtergesellschaften -- Systor Security Solutions GmbH und Systor GmbH & Co. KG -- Insolvenzantrag gestellt. Zu diesem Schritt seien die Firmen "aus finanztechnischen Gründen, die jenseits der Kontrolle der Gesellschaft liegen", gezwungen worden, hieß es. Die Geschäftszahlen seien zuletzt positiv gewesen, Systor Security Solutions werde den Gewinn im laufenden Jahr verdreifachen.
Fällige Kredite konnten allerdings nicht bedient werden. Die Muttergesellschaft -- der größte herstellerunabhängige IT-Dienstleister in der Schweiz mit fast 1.900 Beschäftigten im gesamten Konzern -- ist dadurch ebenfalls ins Trudeln geraten. "Mit dem Antrag auf Nachlasstundung beginnt nun ein zweimonatiges Moratorium. Wir sind zuversichtlich in dieser Zeit neue Investoren zu finden", sagte Systor-Sprecherin Bettina Cohen gegenüber heise online. Die Geschäftsaktivitäten werden in der provisorischen Nachlasstundung erst einmal weitergeführt. (tol)