Meta veröffentlicht ersten Menschenrechtsbericht - und erntet Kritik
Facebook-Mutterkonzern Meta hat erstmals einen Menschenrechtsbericht veröffentlicht. Kritik gibt es besonders für den Abschnitt über die Situation in Indien.
(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)
Meta hat zum ersten Mal einen Menschenrechtsreport veröffentlicht, der künftig jährlich erscheinen soll. Kritik erntet der Konzern besonders für eine Passage, die die Auswirkung von Metas Produkten wie Facebook oder Whatsapp auf die Menschenrechtssituation in Indien betrifft. Indien ist nach Nutzerzahlen der größte Markt für Metas Produkte.
Metas Menschenrechtsbericht ist 83 Seiten lang und umfasst Sorgfaltsprüfungen aus den Jahren 2020 und 2021. Enthalten ist etwa die Zusammenfassung eines Gutachtens über die Auswirkungen von Metas Produkten auf die Menschenrechtssituation in Indien. Meta hatte die Anwaltskanzlei Foley Hoag Ende 2019 damit beauftragt. Die Prüfung habe laut dem Report ergeben, dass Metas Produkte durchaus mit Menschenrechtsverletzungen durch Dritte in Verbindung gebracht werden könnten, etwa mit der Einschränkung der Redefreiheit oder mit Diskriminierung.
"Meta will beschönigen"
Vorwürfe, dass Meta-Mitarbeiter bei der Moderation von Plattforminhalten voreingenommen seien, haben die Prüfer laut dem Bericht nicht bewertet. Das Gutachten zur Situation in Indien umfasst auch Handlungsempfehlungen – in dem Report erkläre Meta aber, dass es diese zwar prüfe, sich aber nicht zur Umsetzung verpflichte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Gegenüber der Agentur sagte ein Vertreter von India Civil Watch International, Meta versuche die Ergebnisse des Gutachtens zu beschönigen, indem es nur eine Zusammenfassung davon veröffentlicht.
Der Menschenrechtsreport bewertet einerseits die Situation in einzelnen Ländern und befasst sich andererseits mit Metas Umgang mit der Coronapandemie sowie mit der smarten Brille, die in Zusammenarbeit mit Ray-Ban entwickelt wird. Folgende Berichte sollen auch auf die AR- und VR-Technik von Meta eingehen.
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Facebook und sein Mutterkonzern Meta werden seit Jahren immer wieder dafür kritisiert, dass sie Menschenrechte verletzen würden. Erst im vergangenen Herbst zeigten interne Dokumente von Facebook, dass der Konzern in Indien trotz Warnungen nicht angemessen gegen schädliche Inhalte vorging.
(gref)