Quantencomputer-Startup IQM sammelt 128 Millionen Euro ein
IQM hat erneut eine Millionensumme eingesammelt, um das Geschäft auszubauen. Von verschiedenen Geldgebern gab es nun 128 Millionen Euro.
(Bild: IQM)
Das deutsch-finnische Quantencomputer-Unternehmen IQM hat in einer Finanzierungsrunde 128 Millionen Euro eingesammelt. Mit dem Geld soll das internationale Geschäft ausgebaut und die Produktentwicklung beschleunigt werden. Es sei die größte Geldsumme, die ein europäisches Unternehmen für Quantencomputer bislang erhalten habe. Vor zwei Jahren hatte IQM in einer ersten Finanzierungsrunde 39 Millionen Euro erhalten, das Unternehmen wurde erst 2018 gegründet. Die Firma bezeichnet sich selbst als das am schnellsten wachsende Unternehmen für Quantencomputer und als europaweit führend beim Bau supraleitender Quantencomputer.
IQM ist nach eigener Aussage das einzige europäische Unternehmen, das bereits vollständige Quantensysteme liefert. Angeboten würden die Installation von Quantenrechnern vor Ort und ein voller Zugang zur Hardware. Die Geräte könnten einmal dazu beitragen, komplexe Problemstellungen etwa in der Medikamentenentwicklung "deutlich schneller zu lösen als klassische Computer", versichert IQM jetzt. Das Unternehmen hat mehr als 180 Angestellte an Standorten in München, Paris, Madrid und dem finnischen Espoo.
IQM leitet auch das Projekt "Quantencomputer-Erweiterung durch Exascale-HPC (Q-Exa)", an dessen Ende im Jahr 2024 ein sogenannter Quantencomputer-Demonstrator im Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching integriert werden soll. FĂĽr das Projekt stehen 45,3 Millionen Euro bereit, wovon das Bundesministerium fĂĽr Bildung und Forschung (BMBF) 40,1 Millionen Euro beisteuert. Demonstrator bedeutet, dass der Quantencomputer zu Forschungs- und Versuchszwecken noch eine recht geringe Rechenleistung erreicht. Geplant sind 20 Qubits auf Basis von Supraleiter-Schaltkreisen.
(mho)