Vivo: Erstes Handy mit 200-Watt-Schnellladetechnik
Der chinesische Hersteller Vivo bringt das erste Handy mit 200-Watt-Schnellladetechnik auf den Markt. Der 4700-mAh-Akku soll in zehn Minuten voll geladen sein.
(Bild: Xiaomi)
Vivo bringt als erster Hersteller ein Handy auf den Markt, das sich mit 200 Watt laden lässt. Das iQOO 10 Pro wird aktuell nur auf dem asiatischen Markt angeboten und kann mit Vivos proprietärer Ladetechnik in zehn Minuten voll aufgeladen werden, verspricht der Hersteller.
Dabei handelt es sich um einen Laborwert, der bei einer Akkuladung von 1 Prozent bis zur Ladung von 100 Prozent gemessen wurde – das iQOO 10 Pro hat einen 4700-mAh-Akku. Für die Messung von zehn Minuten hat Vivo außerdem "alle Mobiltelefondienste mit Ausnahme von Anrufen" ausgeschaltet, heißt es beim chinesischen Hersteller.
Um den Akku zu schützen, setzt Vivo unter anderem wärmeleitendes Gel und eine Schutzschaltung ein. Zudem soll ein Algorithmus den Batteriezustand auf lange Sicht schützen. Auch nach 1600 Ladezyklen soll die Kapazität des Akkus dadurch bei über 80 Prozent liegen, schreibt Vivo.
Wettrennen beim Schnellladen
Die angegebene Ladezeit von zehn Minuten bei 4700 mAh entspricht etwa dem, was Konkurrent Xiaomi schon länger verspricht: Ein Smartphone mit einem typischen 4000-mAh-Akku soll sich mit Xiaomis Hypercharge-System innerhalb von nur acht Minuten von null auf hundert Prozent aufladen lassen. Bis das Handy zur Hälfte voll ist, sollen nur drei Minuten vergehen.
Dieses System hat Xiaomi schon vor über einem Jahr vorgestellt und demonstriert – allerdings nur mit einem speziell dafür gebauten Handy-Prototypen. Immer noch ist kein Handy von Xiaomi auf dem Markt, das tatsächlich mit 200 Watt geladen werden kann. Vivo schafft den Meilenstein als erstes Unternehmen. Nutzerinnen und Nutzern in Europa bringt das wenig: Bisherige Modelle der iQOO-Reihe kamen nie außerhalb Asiens in den Handel.
Es sind vor allem die chinesischen Hersteller, die Schnellladetechnik fürs Smartphone vorantreiben und zur Werbung benutzen. Hersteller wie Vivo, Oppo und Xiaomi tragen eine Art Wettrennen untereinander aus. In der Praxis spielen die Fortschritte beim Schnellladen meist erst nach Jahren eine wirkliche Rolle, weil Smartphones in der Regel speziell dafür gebaut werden müssen und oft lange bis zur tatsächlichen Markteinführung brauchen.
Außerdem ist die Schnellladetechnik der Hersteller meist proprietär, funktioniert also nur bei eigenen Geräten mit speziellen Ladegeräten. Nicht proprietär ist dagegen der Ladestandard USB-PD (Power Delivery), der von allen aktuellen Smartphones unterstützt wird und entsprechend auch verschiedene Netzteile unterstützt. USB-PD kann ein Smartphone mit bis zu 100 Watt laden.
(dahe)