Ukrainisches AKW als "atomarer Schutzschild": Russland weist US-Vorwürfe zurück

US-Außenminister Anthony Blinken wirft Russland vor, das AKW Saporischschja als "Schutzschild" zu benutzen. Russland weist dies zurück.

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Das Atomkraftwerk Saporischschja ging 1985 in Betrieb.

(Bild: Wikimedia, Ralf1969 (CC BY-SA 3.0))

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Russland weist Anschuldigungen der US-Regierung zurück, das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja diene als "atomarer Schutzschild". Am Rande einer UN-Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags teilte die russische Delegation mit, das AKW sei von russischen Truppen nur aus dem Grund besetzt worden, um andere Militärs daran zu hindern, eine "nukleare Provokation" auszulösen.

Damit reagiert die russische Seite auf Äußerungen des US-amerikanischen Außenministers Anthony Blinken. Dieser hatte sich ebenfalls anlässlich der UN-Konferenz am Montag besorgt gezeigt, dass Russland das AKW Saporischschja besetzt hält. Es gebe "glaubwürdige Berichte", dass Russland die Anlage analog zu einem menschlichen als atomaren Schutzschild verwende, heißt es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums.

Russisches Militär feuere von dem Gelände des AKW aus, die ukrainische Seite schrecke vor Gegenschlägen zurück, um keinen atomaren Unfall zu provozieren, sagte Blinken weiter. Er bezeichnete dies als "Höhepunkt der Verantwortungslosigkeit" und forderte, dass die internationale Atomaufsichtsbehörde IAEA Zugang zu dem Atomkraftwerk in Saporischschja bekommt.

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Die russische Delegation betonte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax, es gebe keine bewaffneten Einheiten auf dem AKW-Gelände – mit Ausnahme einer "begrenzten Zahl an Militärangehörigen". Diese seien nötig, um die Sicherheit in dem Kraftwerk zu gewährleisten.

Das AKW Saporischschja – das größte europäische Atomkraftwerk – wurde Anfang März von russischen Truppen besetzt, betrieben wird es weiterhin von der ukrainischen Belegschaft. IAEA-Generalsekretär Rafael Mariano Grossi erneuerte auf der UN-Konferenz seine Warnung, die Menschen in der Ukraine würden durch die anhaltende Besetzung des ukrainischen Atomkraftwerks in Gefahr gebracht. Die Situation werde von Tag zu Tag bedrohlicher.

(anw)