Hoffnungsschimmer fĂĽr die IT-Branche

Die Informationsgesellschaft boomt, meint die Initiative D21, und daher klinge das Jahr 2002 für die IT-Branche versöhnlich aus.

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Von
  • Egbert Meyer

Das Jahr 2002 klingt aus Sicht der industrienahen Initiative D21 mit einem Hoffnungsschimmer aus. Trotz erstmalig spürbarer Umsatzrückgänge im deutschen Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK), zahlreicher Insolvenzen und schrumpfender Beschäftigtenzahlen wachse die deutsche Informationsgesellschaft in unvermindertem Tempo weiter, sagte heute Erwin Staudt, Vorsitzender der Initiative und Chef von IBM Deutschland in seinem Jahresrückblick. Der Abwärtstrend der IT-Branche sei bitter; "allerdings ist das für die Entwicklung der Informationsgesellschaft nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite sind die Angebote im Internet und die Nutzer -- und beides boomte in 2002". Die neuen Technologien seien weiterhin der Motor und müssten "oberste politische Priorität haben".

Lobend äußerte sich Staudt über Fortschritte in der elektronischen Verwaltung. Bis Ende des Jahres 2002 könnten die Bundesbehörden mehr als 160 Dienstleistungen im Internet anbieten. Dazu gehörten Zollauktionen oder Bafög-Rückzahlungen. Damit liege die Bundesverwaltung im Zeitplan. Das gelte auch für das Signaturbündnis des Innenministeriums zur Umsetzung der elektronischen Signatur.

Forderungen für die Zukunft sind laut Staudt "die Einführung der elektronischen Signatur in den Personalausweis, die Aufnahme von Medienkompetenz in den Pisa-Test und die verstärkte Nutzung der Krankenversicherungskarte". Der IBM-Chef sprach dabei von der Möglichkeit der freiwilligen Speicherung persönlicher Gesundheitsdaten und die Verwendung der Karte als Impf- und Organspendeausweis sowie als Trägermedium für das elektronische Rezept.

Große Fortschritte seien außerdem im Bereich der Wissensgesellschaft zu verzeichnen. Mittlerweile verfügten alle allgemeinbildenden Schulen über einen Internet-Zugang. Über 100.000 Lehrer hätten in diesem Jahr eine IT-Weiterbildung absolviert. Zudem sei die Zahl der über 14-jährigen Internet-Nutzer bis Mitte des Jahres auf rund 26,7 Millionen angewachsen. Dies seien rund drei Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres -- allerdings, so Staudt, nähere man sich "allmählich der Sättigungsgrenze". (em)