Hamburgs IT-Szene nach Börsenboom konsolidiert
Die Hamburger Multimedia- und IT-Branche hat sich nach den Börsenturbulenzen der vergangenen zwei Jahre neu aufgestellt.
Die Hamburger Multimedia- und IT-Branche hat sich nach den Börsenturbulenzen der vergangenen zwei Jahre neu aufgestellt. "Es hat eine inhaltliche und finanzielle Bereinigung stattgefunden", sagte Jens Uwe Neumann von der Geschäftsführung der Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) in einem Gespräch. Multimedia-Firmen hätten den Markt verlassen oder seien deutlich in ihrer Größe geschrumpft.
"Multimedia ist ein Zusatzgeschäft", sagte Neumann, der bei der HWF für Medien, IT und Telekommunikation zuständig ist. "Da reichen kleine, feine Abteilungen." Die Multimedia-Anwendungen seien mit den eigentlichen Geschäftsprozessen beispielsweise bei Reiseanbietern oder Handelsunternehmen verknüpft worden. Von den in Hamburg rund 5720 ansässigen IT-Unternehmen sind nach Neumanns Einschätzung rund 1000 im Bereich Multimedia tätig. Das Gros arbeitet in der Software- Entwicklung und -Beratung.
Hinzugekommen seien Existenzgründer, die sich laut Neumann auch aus Mitarbeitern einst prominenter Firmen des Neuen Marktes rekrutieren. Während diese im New Economy-Hype von Investoren profitierten, die mit ihren aufgeblasenen Engagements auch das schnelle Geld machen wollten, müssen Neugründungen laut Neumann wieder um jeden Euro kämpfen. Die Zahlungsmoral der Firmenkunden sei zuweilen schlecht, und Kreditinstitute verhielten sich äußerst zurückhaltend bei Finanzierungen, so dass manche Gründer auch wegen der schleppenden Konjunktur wieder in Existenznöte geraten könnten.
Dennoch zeigte sich Neumann angesichts der Konsolidierung für das kommende Jahr verhalten optimistisch. Er setzt darauf, dass Großkonzerne ihre neuen IT-Projekte in Hamburg abwickeln werden. Schließlich habe die Hansestadt auch mit ihrem jüngsten Projekt deutschlandweit Flagge gezeigt. Im Dezember wurde das bisher größte, für Nutzer kostenlose und kabelfreie Internet-Projekt Deutschlands gestartet. Mit Hilfe der W-Lan-Technik (Wireless Local Area Network) installierte die Hamburger Medieninitiative Hamburg@Work, dessen Vorstandschef Neumann ist, im Zentrum der Hansestadt 30 Sendepunkte. Im Umkreis dieser Hotspots können Laptop-Nutzer im Internet surfen. Die W-Lan-Technik gilt als starke Konkurrenz zur UMTS-Technologie. (dpa)/ (tol)