Niederländische Open-Source-Strategie trägt Früchte
Mit einem Aktionsplan fördert die niederländische Regierung den Einsatz von offenen Standards und quelloffener Software in Behörden. Neun der dreizehn Ministerien haben bereits eine eigene Implementierungsstrategie. Die letzten vier sollen bald folgen.
Das NOiV-Programm (Netherlands in Open Connection) der niederländischen Regierung tragt Früchte. Die Initiative, die die öffentliche Hand zu offenenen Standards und Open-Source-Software berät, hat die Ergebnisse einer Untersuchung zu den Implementierungsstrategien der niederländischen Ministerien veröffentlicht (PDF-Datei, niederländisch). Seit Anfang dieses Jahres sind die niederländischen Behörden gehalten, quelloffene Software in ihre Auftragsvergabe miteinzubeziehen. Die Regelung schreibt zudem die Verwendung von offenen Standards fest und stellt dabei das sogenannte Comply-or-Explain-Prinzip in den Mittelpunkt: Ministerien müssen der Regelung folgen oder plausibel darlegen, aus welchen Gründen das nicht möglich ist.
Nach NOiV-Angaben kommen insgesamt mehr als 200 quelloffene Anwendungen in den verschiedenen Ministerien zum Einsatz. Zu den an meisten verwendeten gehören Linux, Apache und MySQL, typische "Unter-der-Motorhaube-Software", die sich bereits im jahrelangen Praxiseinsatz auch in größeren Produktivumgebungen bewährt hat und die als Basis für darauf aufsetzende Applikationen dient. Populär bei den niederländischen Behörden sind zudem die Programmiersprachen Java und PHP, der Webbrowser Firefox, Eclipse und der Applikationsserver Tomcat sowie die Büro-Suite OpenOffice und das ODF-Plugin sowie der PDF Creator. Ebenfalls häufig auf den Behördenservern anzutreffen sind quelloffene Content-Management-Systeme wie Joomla! und Typo3. Wenig überraschend ist, dass Ministerien, die ihre IT-Infrastruktur weitgehend im Eigenregie betreuen und selbst Anwendungen entwickeln, deutlich mehr auf Open-Source-Software setzen als die, welche damit externe Organisationen beauftragen.
Als Vorteil von Open Source und offenen Standards sehen die Ministerien unter anderem die Verbesserungen der Interoperabilität nicht nur zwischen diversen Anwendungen, sondern auch im Austausch mit anderen Behörden. Zu den Gründen, sich für Open Source zu entscheiden, gehören in vielen Fällen die fehlenden Lizenzkosten und die Vermeidung von Hersteller- und Lieferantenabhängigkeit. Auch die Förderung der lokalen Wirtschaft und von Innovation spielen, so die Untersuchung eine Rolle. Gegen Open Source sprechen, so der NOiV-Befund, die mit Open-Source-Einführungen und -Migrationen (inklusive der Anbindung an die bestehende IT-Umgebung) verbunden Kosten, eine in manchen Fällen nicht ausreichende Funktionalität sowie fehlendes eigenes Know-how. (akl)