Boeing Satellite und Hughes im Visier der US-Justiz
Die Satelliten-Spezialisten Hughes Electronics Corp und Boeing Satellite Systems Inc. werden vom US-AuĂźenministerium beschuldigt, sicherheitstechnisch relevante Weltraumtechnologie an China weitergegeben zu haben.
Die Satelliten-Spezialisten Hughes Electronics Corp und Boeing Satellite Systems Inc. werden vom US-Außenministerium beschuldigt, sicherheitstechnisch relevante Weltraumtechnologie an China weitergegeben zu haben. Den Unternehmen drohen damit neben weiteren möglichen Zivilklagen Geldstrafen von bis zu 60 Millionen US-Dollar und verschärfte Exportbeschränkungen. Das berichtet das Wall Street Journal in seiner aktuellen Ausgabe.
Demnach haben die beiden Firmen laut US-Außenministerium 1995 und 1996 in 123 Fällen gegen die US-Exportregulierungen verstoßen. Boeing Satellite und Hughes Electronics wiesen die Anschuldigungen zurück. Verschiedene US-Satellitenbetreiber hatten wegen fehlender Raketenkapazitäten in den USA mit Genehmigung der US-Regierung chinesische Trägerraketen angemietet -- im Zuge dieser Zusammenarbeit sollen die Chinesen angeblich Zugang zu sensitiven Technologien gehabt haben.
Hughes Electronics betreibt unter anderem das digitale US-Satelliten-Fernsehen DirecTV. Die US-Regulierungsbehörde für Telekommunikation, FCC, hatte den Zusammenschluss der beiden größten Satelliten-TV-Anbieter DirecTV und EchoStar im Herbst 2002 mit der Begründung verweigert, durch eine Fusion würde die Konkurrenz auf dem Markt für Multichannel Video Program Distribution (MVPD, Mehrkanal-Videoverteilung) beeinträchtigt. Boeing Satellite Systems ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Hersteller von Kommunikationssatelliten. (wst)