Organischer Leuchtstoff mit schaltbarer Farbe
Niederländische Wissenschaftler haben ein Polymer-Material entwickelt, das je nach Polarität der angelegten Spannung rot oder grün leuchtet.
Niederländische Wissenschaftler haben ein Polymer-Material entwickelt, das je nach Polarität der angelegten Spannung rot oder grün leuchtet. Luisa De Cola und Kollegen beschreiben den neuartigen organischen Lichtemitter in der aktuellen Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Nature (Nature, VOL 421, 2 January 2003, p. 57). Das Material besteht aus dem Polymer Polyphenylenvinylen und einem zweiatomigen Ruthenium-Komplex. Legt man an eine dünne Schicht dieses Materials eine Spannung von etwa vier Volt an, leuchtet es rot. Kehrt man die Polarität der Spannung um, leuchtet das Material grün.
Der niederländische Elektronikkonzern Philips, der gemeinsam mit der Universität Amsterdam an dem Projekt gearbeitet hat, will das Material in neuartigen organischen Displays verarbeiten. Statt drei verschiedenen Materialien für Sub-Pixel in rot, grün und blau wären in diesen Displays nur noch zwei Sub-Pixel notwendig, was die Herstellungskosten senken und die Leuchtkraft des Displays noch weiter steigern würde.
Selbstleuchtende OLEDs (organic light emitting devices) bieten große Blickwinkel, hohe Leuchtdichten und haben sehr kurze Bildaufbauzeiten. Angesichts ihres geringen Energiebedarfs empfehlen sie sich vor allem für leistungskritische Anwendungen wie Mobilgeräte oder den Automobilbereich. Eine erste vollautomatische Inline-Anlage für die Produktion von OLEDs in Europa wurde Mitte Dezember in Dresden in Betrieb genommen. (wst)