Kleinaktionäre kritisieren Machtkampf bei Pixelpark

"Der Machtkampf wird auf dem Rücken des Unternehmens und zum Schaden der Kleinaktionäre geführt", kritisierte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.

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  • dpa

Die Auseinandersetzung um die Führung des angeschlagenen Berliner Internet-Dienstleisters Pixelpark ist bei Aktionärsvertretern auf massive Kritik gestoßen. "Der Machtkampf wird auf dem Rücken des Unternehmens und zum Schaden der Kleinaktionäre geführt", sagte Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) am Freitag in Berlin der dpa. Es sei zu befürchten, dass Pixelpark auf Grund persönlicher Eitelkeiten zum Spielball der jeweiligen Gruppierung werde.

Auslöser des Machtkampfes ist der Teilrückzug des Medienkonzerns Bertelsmann, der sich von seinem Mehrheitsanteil an dem Berliner Unternehmen getrennt hat. Insgesamt 40,2 Prozent der Bertelsmann-Anteile halten nun der Hamburger Medienmanager Wolf-Dieter Gramatke sowie der Chef des Potsdamer Multimedia-Unternehmens mediacs, Axel Fischer. Die neuen Miteigentümer gehören zum Umfeld des bisherigen Alleinvorstands Paulus Neef, der kurz vor Weihnachten seine fristlose Kündigung bekommen hatte. Er wurde vom früheren Pixelpark-Aufsichtsratschef Jürgen Richter abgelöst. Die neuen Miteigentümer wollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Rückkehr des Pixelpark-Gründers Neef durchsetzen.

Der bisherige Mehrheitsaktionär Bertelsmann, der mehr als 63 Millionen Euro in den einstigen Branchenprimus und Börsenliebling steckte, hält noch 20 Prozent. Neefs Stimmrechte von 17,7 Prozent sind bei Sal. Oppenheim geparkt. Richter, der sich am Freitag noch im Urlaub befand, will am Montag in Berlin den Betriebsrat über seine Pläne für das Unternehmen informieren.

SdK-Vertreter Kunert bezeichnete eine RĂĽckkehr Neefs als "kein positives Signal". Dieser habe erheblichen Anteil an den Schwierigkeiten. "Neef ist durchaus Teil des Problems." Kunert appellierte zugleich an Bertelsmann, Pixelpark nicht einfach fallen zu lassen: "Auch mit 20 Prozent kann noch massiv Einfluss genommen werden." Zudem sei es bedenklich, wenn die 40 Prozent praktisch verschenkt worden seien. Nach Presseberichten wurde dafĂĽr nur ein symbolischer Preis von einem Euro bezahlt. (dpa) / (jk)