Chipfabrik von Intels Wohlwollen abhängig
Nach einem Spiegel-Bericht könnte eine Ausstiegsklausel für Chip-Hersteller Intel das Projekt gefährden.
Das Land Brandenburg, das den Bau der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) mit einer halben Milliarde Euro fördern will, ist bei dem umstrittenen Projekt abhängiger von Intel als bisher bekannt. Nach einer Meldung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll der Technologie-Lizenzvertrag zwischen der Frankfurter Firma Communicant und Intel eine Ausstiegsklausel für den amerikanischen Chip-Giganten enthalten. Diese könnte greifen, wenn "Communicant nicht bis zum 1. April 2004 die kommerzielle Produktion" aufnimmt. Der Termin dürfte kaum zu halten sein, denn Communicant-Vorstandschef Prof. Abbas Ourmaszd sprach jüngst von einem Produktionsbeginn "frühestens Anfang 2005".
Auch müsse der US-Konzern der deutschen Firma keine kompletten Datensätze über die eigene Technologie zur Verfügung stellen, was die Vermarktung von Weiterentwicklungen erschwere. Intel stelle die Informationen lediglich dem landeseigenen Frankfurter Institut für Halbleiterphysik (IHP) zur Verfügung, das für die Übertragung an Communicant "allein verantwortlich" ist. Neben einer Lizenzgebühr von 40 Millionen US-Dollar hat sich Intel außerdem eine Beteiligung am Umsatz von Communicant gesichert. (mw)