Formel 1: Ferrari will personell nichts verändern
Bei Ferrari dĂĽrfte es nach der erneuten Blamage hinter den Kulissen hoch hergehen. Noch schlieĂźt der Teamchef personelle Konsequenzen aus.
Chance vertan: Auto und Fahrer waren 2022 in der Lage, den Titel zu holen. Sieben Rennen vor Ende der Saison ist die Scuderia in der WM aber durch eigene Fehler weit abgeschlagen.
(Bild: Ferrari)
- Martin Franz
- mit Material der dpa
Ferrari hat sich erneut mit einer verfehlten Strategie um ein besseres Ergebnis gebracht. Charles Leclerc profitierte im niederländischen Zandvoort als Dritter von einem Fehler bei überraschend starken Mercedes, doch der Abstand zum WM-Führenden Max Verstappen wuchs weiter an. Der hat inzwischen mehr als 100 Punkte Vorsprung in der Fahrerwertung der Weltmeisterschaft. Der zweite Titel dürfte ihm kaum noch zu nehmen sein.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hält indes auch nach dem für die Scuderia teils chaotischen Formel-1-Rennen in Zandvoort nichts von personellen Konsequenzen. "Wir werden keine Leute auswechseln", sagte er nach dem Großen Preis der Niederlande. In der Formel 1 sei "Stabilität so wichtig. Wir haben großartige Leute im Team, wir sind ein großartiges Team. Daran habe ich keinen Zweifel."
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Sainz erlebt Desaster
Charles Leclerc schaffte es immerhin auf das Podium. Sein Teamkollege Carlos Sainz aber erlebte ein Desaster. Erst warf ihn ein chaotischer Boxenstopp zurĂĽck, dann bekam er auch noch eine Zeitstrafe aufgebrummt. Der Spanier wurde am Ende nur Achter. "Es hat alle Teams Jahre und Erfahrung gekostet, um vorne zu sein", beharrte Binotto: "Es gibt keinen Grund, warum das bei uns anders sein sollte."
Ferrari war stark mit Leclerc in die Saison gestartet und galt als ernsthafter Herausforderer von Red Bull. Eine Fehlerserie hat die Scuderia aber weit zurückgeworfen. Weltmeister Max Verstappen führt die WM-Wertung vor dem Ferrari-Heimspiel am kommenden Wochenende in Monza mit 310 Zählern vor Leclerc und dem zweiten Red-Bull-Fahrer Sergio Perez (jeweils 201) an. "Es ist sicherlich ein schwieriger Moment", räumte Binotto ein. "Wir müssen aber in Monza reagieren."
Druck dĂĽrfte weiter steigen
Der Druck auf Binotto dürfte mit jedem weiteren Fiasko zunehmen. Die Fahrer-WM ist sogut wie verloren, bei der Team-Wertung bleibt ebenfalls maximal der zweite Rang. Dabei war die Scuderia gut in die Saison gestartet. Nach ein paar Jahren als maximal dritte Kraft hatten die Italiener ein konkurrenzfähiges Auto. Leclerc führte sogar die WM an. Von diesem Glanz ist nichts geblieben. Angesichts der Pannenserie scheinen personelle Veränderungen spätestens zum Start der nächsten Saison unausweichlich.
(mfz)