"Steelrising" angespielt: Stilsicheres Soulslike ohne Frustmomente
Viel Action, wenig Frust: Das Studio Spiders präsentiert mit "Steelrising" einen spannenden "Dark Souls"-Klon für neue und alte Fans.​
Die Kritik ist nur zu bekannt: Souls-Spiele sind zu schwer, zu kapriziös, zu schräg für die breite Masse. Das französische Studio Spiders hat sich die Kritik zu Herzen genommen und zeigt mit "Steelrising", wie man Genre-Fans neue Fans dazugewinnt, ohne das Spielprinzip zu verwässern und eingesessene Souls-Veteranen zu vergraulen.
Die Story führt nach Paris in das Jahr 1789. In der Stadt tobt die Französische Revolution. König Louis XVII. geht mit seiner Automatenarmee brutal gegen die Aufständischen vor, während seine Frau Marie Antoinette in einem Schloss gefangen ist. Als letzte Rettung schickt sie ihre mechanische Kämpferin Aegis auf geheime Mission, um sich selbst und die Revolution zu retten.
Spannendes Szenario
Was passiert hier? Denkende Automaten? Waffenstarrende Kampfmaschinen in der Französischen Revolution? Das Entwicklungsstudio inszeniert eine eigenwillige Geschichtsstunde, die an Steampunk und Jules Verne erinnert. Wo in der Realität Menschenmassen sich abschlachteten, sind diese jetzt nur Kollateralschaden. Der eigentliche Kampf wird mit Robotern ausgetragen. Das Szenario wird zwar bei Historiker und Historikerinnen Augenrollen verursachen, sorgt aber im Spiel für einen originellen und visuell beeindruckenden Twist.
"Steelrising" angespielt (5 Bilder)

Das Spielprinzip kennen die Fans aus "Elden Ring" & Co.: Gegner austaktieren, Geheimwege freischalten und "Seelen" sammeln. Nur, dass die Seelen hier "Anima-Essenzen" heißen und die Monster keine Albtraumgestalten im Stil eines H. P. Lovecraft sind, sondern große und kleine Dampfmaschinen. Aegis trifft auf rollende Riesenritter, feuerspeiende Robospinnen und Roboterhunde. Höhepunkte sind wie in den großen Vorbildern am Ende einer Mission die Kämpfe gegen Titanen.
Das Kampfsystem dürfte Fans bekannt sein. Zunächst wählen Spieler und Spielerinnen ein von vier Spielklassen von der robusten Leibwächterin bis zur Alchimistin, die mit Bomben um sich wirft. In einem Mix aus Nah- und Fernkampf geht es gegen die Widersacher. Ausgucken, ausweichen, parieren und im richtigen Moment zuschlagen – alles wie gehabt. Abhängig von der "Wucht" der Waffen können Gegner ins Straucheln gebracht werden. Ganz neu ist die Wirkung der Elementarfähigkeiten der Waffen: Eis friert die Gegner ein, Feuer sorgt für andauernden Schaden. Später lernt Aegis Sprungangriffe, mit denen sie ähnliche Effekte auslöst oder sich mit Haken durch die Lüfte schwingt und Wände zertrümmert.
Bekanntes Spielprinzip mit originellen Details
Jeder Sieg bringt Anima-Essenzen, die Aegis an Vestalienstatuen in Attributspunkte umtauscht. Zusammen mit gefundenen Rohstoffen kann sie auch ihre Waffen verbessern und in der sogenannten "Boutique" Ă–l-Flaschen kaufen, um die "Lebenspunkte" aufzufrischen oder sich mit Bomben eindecken.
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Zwar wird Aegis auch von Maschinen aus dem Hinterhalt überrascht, doch überlebt sie immer ein paar Schläge. Richtig eingesetzt sind Elementarfähigkeiten und Bomben enorm schlagkräftig. Meist gehen selbst große Gegner nach wenigen Versuchen zu Boden. Das heißt zwar nicht, dass "Steelrising" zu leicht ist, aber im Gegensatz zu anderen Soulslikes kommt hier seltener Frust auf. Wer will, kann sogar beim Spielstart Hilfen einschalten, um Schaden und Ausdauerregeneration zu beeinflussen. Vorbildlich.
Videos by heise
Fazit
Wer endlich mal in eines der berüchtigten Soulslikes reinschnuppern will, liegt bei "Steelrising" genau richtig. Das Szenario ist originell, aber nicht so rätselhaft wie die Souls-Originale von Fromsoftware. Der Schwierigkeitsgrad lässt auch dank Hilfsmodus Neulingen eine Chance, dazu kommt eine ungewöhnliche Heldin mit einem spannenden Geheimnis. Von der Story über das Leveldesign bis zum Upgradesystem wirkt hier alles durchdacht und gekonnt umgesetzt. Bitte mehr davon.
Da stört es wenig, dass sich die einzelnen Abschnitte visuell wenig unterscheiden und die Monster nicht so albtraumhaft daherkommen wie bei "Elden Ring". "Steelrising" ist eines der gelungensten Soulslikes der vergangenen Jahre, das sich vor den vermeintlich übermächtigen Vorbildern nicht zu verstecken braucht.
"Steelrising" ist für Windows, PS5, Xbox Series erschienen. USK ab 16. Es kostet ca. 60 €. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden die Windows-Version gespielt.
(dahe)