Labels: Musikpiraten schwer zu stoppen

Trotz kostspieliger Gerichtsverfahren glaubt die Musikindustrie nicht mehr, dass sie den Kampf gegen die illegalen Musikangebote gewinnen kann.

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Von
  • Egbert Meyer

Trotz kostspieliger Gerichtsverfahren glaubt die Musikindustrie nicht mehr, dass sie den Kampf gegen illegale Musikangebote gewinnen kann. Irgendwo im Internet werde es immer eine Möglichkeit geben, Musik kostenlos zu beschaffen, räumte der President der Recording Industry Association of America (RIAA), Cary Sherman, in einem Interview mir der BBC ein. "Wir wollen die Musik-Piraten oder illegale Peer-to-Peer-Angebote gar nicht komplett ausmerzen". Ziel der RIAA sei es lediglich, ihr unkontrolliertes Wuchern zu verhindern. "Erst wenn wir das unter Kontrolle haben, können wir zufrieden sein, aber davon sind wir noch weit entfernt".

Die BBC hatte Sherman vor dem Hintergrund einer Studie des Marktforschungsinstituts Jupiter Research befragt, in der über 18 Prozent der beteiligten Breitband-User erklärt hatten, sie seien bereit, für Musik aus dem Web zu bezahlen. Den übrigen 82 Prozent will die Musikindustrie künftig den Musiktausch mit Hilfe attraktiver Angebote abgewöhnen. "Die einzig sinnvolle Antwort auf Musik-Piraten sind Alternativen, die Kunden dazu bringen, für Musik bezahlen zu wollen", sagte Sherman im Interview. Zusätzlich wolle man nun auch den Wildwuchs an anderer Stelle eindämmen. "Wir tragen die Nachricht in Universitäten und Unternehmen, dass illegale Downloads Bandbreite kosten und Sicherheitsprobleme bereiten." (em)