Adelphia-Aktionäre fordern vor Gericht die Absetzung des Vorstands
Aktionäre des bankrotten US-Kabelfernsehunternehmens werfen dem Aufsichtsrat große Nähe zur Familie des verhafteten Firmengründers vor.
Vertreter von Aktionären des skandalumwitterten und bankrotten US-Kabelfernsehunternehmens Adelphia wollen eine gerichtliche Anordnung zur schnellen Neuwahl des Aufsichtsrates erwirken. Nach einem Bericht des Wall Street Journal werfen die Aktionäre den amtierenden Aufsichtsratsmitgliedern große Nähe zur Familie des verhafteten Firmengünders John J. Rigas vor. So seien vier der sechs Gremiumsmitglieder von der Familie Rigas vorgeschlagen und die anderen zwei wiederum von den vier benannt worden. Aktionärssprecher Norman Kinel forderte einen frischen und sauberen Neuanfang für das Unternehmen.
Es müsse schnell gehandelt werden, da der Aufsichtsrat kurz davor stehe, wichtige Entscheidungen wie die Neubesetzung des Firmenvorstandes zu treffen. Den Vorschlag des amtierenden Aufsichtsrates weist Kinel empört zurück. Kritiker hatten berichtet, dass den beiden alten Hasen auf der Vorschlagsliste -- William Schleyer als CEO und Ronald Cooper als COO -- Erfolgsprämien von 33 Millionen beziehungsweise 22 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt worden seien. Für den Aktionärsvertreter "unverantwortlich hohe Summen" bei einem Unternehmen, das in einem Insolvenzverfahren steckt. (tol)