SpinLaunch katapultiert testweise NASA-Instrument 7600 Meter hoch
Das Suborbitalbeschleuniger-Katapult soll Satelliten in den Orbit befördern. Bei einem Test waren zunächst Messinstrumente der NASA und anderer Partner an Bord.
Das Suborbitalbeschleuniger-Katapult von SpinLaunch kurz nach dem Abschuss. Die Projektilkapsel mit der Nutzlast ist auf dem Foto als winziger Strich zu erkennen.
(Bild: SpinLaunch)
Das US-Start-up SpinLaunch hat mithilfe ihres Suborbitalbeschleuniger-Katapults in einem zehnten Test unter anderem Instrumente der US-Weltraumagentur NASA und des Flugzeugherstellers Airbus etwa 7600 m hoch in die Luft geschleudert, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Versuch, bei dem zum ersten Mal fremde Fracht mitgenommen wurde, soll zeigen, welche Auswirkungen die Beschleunigungskräfte von bis zu 10.000 G auf die empfindlichen Geräte haben können. Mit dem Katapult beabsichtigt SpinLaunch, in Zukunft Satelliten umweltfreundlich mit wenig Raketentechnik in den Orbit zu befördern.
Mit an Bord der Projektilkapsel von SpinLaunch waren bei dem Testflug vom Spaceport America in New Mexico Instrumente der NASA und von Airbus sowie Satellitenteile der Cornell University und des Satellitenherstellers Outpost. Die NASA, die Anfang des Jahres mit SpinLaunch eine strategische Partnerschaft vereinbart hatte, steuerte eine Datenerfassungseinheit bei. Das Instrument umfasst zwei Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop, Magnetometer sowie Sensoren für Druck, Temperatur und Feuchtigkeit. Mit ihnen will die NASA feststellen, welche Kräfte und Beschleunigungen bei dem Start wirken, um daraus Erkenntnisse für spätere Nutzlasten ziehen zu können.
Der Militärzweig von Airbus, Airbus U.S. Space & Defense, testete einen Satellitensonnensensor, der beim Start rund 10.000 G überstand und in seiner Funktion nicht beeinträchtigt wurde. Der Versuch sollte zeigen, dass auch empfindliche Komponenten für Satellitensysteme den hohen Beschleunigungskräften standhalten.
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Das Space Systems Design Studio (SSDS) der Cornell University testete bei dem Flug ein Nutzlastentfaltungssystem seiner ChipSats-Kleinstsatelliten. Sie sollen später in größeren Mengen von der Umlaufbahn aus durch die Atmosphäre der Erde und anderer Planeten absteigen und dabei an unterschiedlichen Stellen verteilt Daten sammeln.
Satelliten umweltfreundlich in die Umlaufbahn bringen
Das rund 33 Meter im Durchmesser groĂźe Suborbitalbeschleuniger-Katapult von SpinLaunch befindet sich seit 2015 in der Entwicklung. Derzeit handelt es sich noch um ein Versuchsmodell. Der finale Beschleuniger soll etwa 100 m im Durchmesser groĂź sein, er soll nach derzeitigen Planungen etwa 2026 in Betrieb gehen.
Das Funktionsprinzip des Katapults ist recht einfach: In einer Vakuumkammer wird die Projektilkapsel über einen Karbonfaserarm auf eine Geschwindigkeit von rund 8000 km/h zum Rotieren gebracht. Dann wird die Projektilkapsel über eine Klappe nach außen senkrecht in die Luft katapultiert. Bei dem aktuellen zehnten Test erreichte das Projektil eine Höhe von 7.600 m.
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Die Pläne von SpinLaunch sehen vor, mit einem voll ausgebauten Suborbitalbeschleuniger-Katapult ab 2026 Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 200 kg in die obere Erdatmosphäre zu befördern. Damit das gelingt, benötigt die Projektilkapsel dann noch eine zusätzliche Raketenstufe, die weiteren Schub bietet. Insgesamt wird so weniger Treibstoff verbraucht als bei rein raketenbetriebenen Systemen. SpinLaunch sieht das System deshalb als eine umweltfreundliche Alternative an.
(olb)