CES: Instant Messaging als 3D-Erlebnis

Mit einer Mischung aus Online-Spielkanal und grafisch animiertem Chat-Raum tritt die Startup-Firma "There" gegen IM-Riesen wie AOL und MSN an.

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Von
  • Erich Bonnert

Eine Mischung aus Online-Spielkanal und grafisch animiertem Chat-Raum bietet die Startup-Firma There an. Die Kommunikation beruht auf Instant Messaging, doch mit einem bunteren, vielfältigeren Online-Erlebnis will der kalifornische Newcomer den IM-Riesen AOL und MSN die Nutzer abspenstig machen.

Von einer Server-Farm mit über 100 Rechnern aus startet There ihren 3D-Online-Dienst mit acht Begegnungsräumen; zurzeit läuft noch der öffentliche Beta-Test. Außer einem Screen-Namen wählen die Teilnehmer auch einen Avatar aus, eine 3D-animierte menschliche Figur. Je nach gewünschter Umgebung -- Ferieninsel, Golfplatz oder etwa Kaufhaus -- können sich die Anwender am Bildschirm einkleiden, gemeinsam Bootsfahrten oder Einkaufstouren unternehmen. Alle diese Aktivitäten werden per IM-Dialog untereinander abgestimmt. Die Teilnehmer können sich wie am Telefon hören, auf Wunsch mit verfremdeter Stimme. Simple Kommandos wie "ja", "nein" oder "lächeln" sorgen dabei für die passende Körpersprache der Avatare.

There stellt sich unter dem gleichnamigen Online-Dienst ein Begegnungszentrum für Gleichgesinnte vor. Insbesondere Frauen zwischen 20 und 49 Jahre seien von dieser visuellen Kommunikation mit Freundinnen und Bekannten angetan, erklärte There-CEO Tom Melcher. Auch als Flirtinstrument werde There groß herauskommen, glaubt der Unternehmer. Obszöne Dialoge oder Aktivitäten seien jedoch von vornherein ausgeschlossen: Eingaben mit sexuellem oder pornografischem Inhalt werden ausgefiltert und nicht übermittelt. Hingegen hat sich der Online-Dienst recht reale Szenarien zur Freizeitgestaltung für Online-Bekanntschaften einfallen lassen. So können durch Schnittstellen zu Online-Shops wie Amazon oder Nike echte Einkäufe getätigt werden, etwa Sportschuhe für das virtuelle Jogging oder Golfschläger für die Online-Partie. Dabei können Teilnehmer auch eigene Objekte wie Kleidung erstellen und anderen Abonnenten anbieten. There stellt dafür eigene Entwicklungswerkzeuge und -schnittstellen bereit. Manch einer könnte so viele Stunden in der There-Welt verbringen -- denn teure Einkäufe für Online-Bekanntschaften müssen schließlich auch verdient werden. (Erich Bonnert)/ (gr)