CES: Palm und GameBoy Advance für "Interaktives Fernsehen"
Der Palm-Organizer m515 und die Spielekonsole Nintendo GameBoy Advance sollen mittels einer Erweiterungskarte "versteckte Informationen" aus dem Fernsehbild fischen können.
Der Palm-Organizer m515 sowie die Spielekonsole Nintendo GameBoy Advance sollen mittels einer speziellen Erweiterungskarte für SDIO-Slots zuvor eingespeiste, aber "versteckte Informationen" aus dem Fernsehbild fischen können. Hierbei kann es sich laut Hersteller Veil Interactive Technologies um Zusatzinformationen wie Rezepte oder Wetterberichte zum laufenden Programm handeln, die der Anwender auf seinem Palm speichern kann. Letztlich sollen damit aber interaktives Fernsehen und Spielen möglich werden. Am CES-Stand präsentiert Veil, wie mittels dieser Technik Züge einer Partie Blackjack übertragen werden.
Die Palm-Version, dessen Prototyp etwa die Größe des PDAs besitzt und unter diesen gesteckt wird, soll zusammen mit der GameBoy-Advance-Fassung (unter der Modellbezeichnung "T-Veil") in den kommenden Wochen für unter 20 US-Dollar auf dem US-Markt erscheinen. Bis dahin will man die Karte noch wesentlich verkleinern.
Da aber das Fernseh-Medium unidirektional ausgelegt ist, die Daten also nur von der Zentrale zum Verbraucher gesendet werden können, soll für das "echte" interaktive Fernsehen das Internet als Rückkanal dienen und so etwa Abstimmungsdaten bei TV-Sendungen wie "Popstar" in die Sendehäuser liefern. Damit sich die Couch-Kartoffel nicht in umherliegenden Kabeln verheddert, soll später das Eingabegerät, also etwa der PDA, mit WLAN-Funk ausgerüstet werden und die Daten schnurlos bis zum hauseigenen Internet-Zugang befördern.
Das Hauptproblem bei allen Anwendungen ist jedoch, dass die Daten erst einmal in das Signal integriert werden müssen. Die Zusatzinformationen seien jedoch so im TV-Bild "versteckt, dass sie mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind", heisst es. Veil zeigte anhand einer VHS-Aufnahme, dass die Daten eine Speicherung unbeschadet überstehen. Somit könnte man iTV-Sendungen auch ohne weiteres Engagement der TV-Sender ausstrahlen. Den Beweis für die Behauptung, dass dies auch bei einer komprimierten Speicherung des Videobildes gelte, blieb das Unternehmen jedoch schuldig. Andernfalls könnte man beispielsweise Videos auf DVD ebenfalls mit iTV-Informationen versehen.
Doch über das verwendete Übertragungsverfahren sagt Veil nichts. Möglicherweise feiert aber auch bei diesem Vorhaben die Nutzung der vertikalen oder horizontalen Fernseh-Austastlücken fröhliche Urständ, wie schon bei der Übertragung von MP3-Musik, der nie erschienenen Surf-Schachtel von Met@box oder der weiland geplanten Ausbreitung der Fernsehprogramme im HTML-Format auf Windows-PCs. Trotz etlicher Einfälle blieb aber die Hauptanwendung der Austastlücke der schon etwas angegraute Videotext-Dienst. (nij/c't) / (dz)