GSM wächst in Amerika schneller als andere Mobiltechniken

In Nord- und SĂĽdamerika deutet sich ein Boom der GSM-Mobilfunktechnik an.

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Von
  • Dusan Zivadinovic

In Nord- und Südamerika nimmt die Verbreitung der GSM-Mobilfunktechnik zu. Innerhalb des vergangenen Jahres stieg die Zahl der GSM-Nutzer um 37 Prozent, meldet das Marktforschungsunternehmen EMC World Cellular Database. Experten erwarten nun in Nord- und Südamerika ein ähnlich explosives Wachstum der von europäischen Unternehmen und Forschungsgruppen entwickelten Mobilfunktechnik wie zuvor in anderen Teilen der Welt, besonders weil Netzbetreiber, die bisher TDMA-, CDMA- oder gar Analog-Netze betrieben haben, nun zunehmend auf GSM umsatteln. Diesen Erfolg begründen Fachleute mit den hervorragenden Roaming-Möglichkeiten von GSM -- kein anderes Netz hat eine so hohe Verbreitung.

Den EMC-Zahlen zufolge wuchs GSM in Lateinamerika noch schneller: Dort gab es eine Zunahme um 53 Prozent. Genau besehen bereitete den GSM-Verfechtern Brasilien am meisten Freude, wo sich 59 Prozent aller neuen Mobilfunknutzer fĂĽr GSM entschieden haben. Allerdings sind die Gesamtzahlen -- 5,8 Millionen in 2002 gegenĂĽber 3,8 Millionen in 2001 -- deutlich kleiner verglichen etwa mit den Kundenmengen in Deutschland. In Nord- und SĂĽdamerika zusammen verzeichnete man zuletzt 21 Millionen GSM-Handy-Nutzer. Hierzulande haben schon die MarktfĂĽhrer T-Mobile und Vodafone zusammen mehr als 40 Millionen Kunden, bei allerdings deutlich abgeflachten Wachstumskurven.

Zwar ist GSM quantitativ gesehen jenseits des großen Teichs noch am wenigsten verbreitet, denn es gibt dort allein 27,8 Millionen Kunden, die noch ein veraltetes analoges Mobiltelefon nutzen, und weitere 184 Millionen, die TDMA- oder CDMA-Handys besitzen. Doch während GSM stark wuchs, nahm der Kundenstamm bei den anderen Techniken ab. So fiel die Zahl der Analog-Nutzer rapide um 30 Prozent.

Mit 550 Netzwerken in 184 Ländern sowie insgesamt 785 Millionen Nutzern, das sind fast 72 Prozent aller "Mobilfunker", bleibt GSM unangefochten die am weitesten verbreitete Mobilfunktechnik. Der EMC-Erhebung zufolge entfallen 13 Prozent auf CDMA- und 10 Prozent auf TDMA-Nutzer. Interessant ist auch, dass weltweit rund 420 Millionen Nutzer mit einem Single-Band-Handy alter Prägung telefonieren, das sich nur für das 900-MHz-Band eignet. Über 250 Millionen haben ein Dual-Band-Gerät für 900- und 1800-MHz-Frequenzen. Dass der Startschuss für UMTS bisher nur in wenigen Ländern fiel, etwa in Japan, drückt sich ebenfalls in der Erhebung von EMC aus: Bisher zählt das Unternehmen weltweit nur etwas mehr als 150.000 UMTS-Nutzer. (dz)