Schmid überträgt MobilCom-Aktien an neuen Treuhänder

Der Hamburger Wirtschaftsprüfer Otto Gellert soll die Stimmrechte für Schmids Aktien auf der Hauptversammlung am 27. Januar ausüben.

vorlesen Druckansicht 35 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Torge Löding

Der MobilCom-Gründer Gerhard Schmid und die Firma Millenium seiner Ehefrau haben ihre Depotbanken beauftragt, rund 42 Prozent der MobilCom-Aktien an den Hamburger Wirtschaftsprüfer Otto Gellert als Treuhänder zu übertragen. Schmid gehe nach wie vor davon aus, dass Gellert die Stimmrechte für die Aktien bei der Hauptversammlung am 27. Januar ausüben werde, sagte eine Sprecherin gegenüber der dpa. Wie in den Verträgen vereinbart, werde Gellert dem Rettungsplan und Sanierungskonzept für MobilCom auf der Hauptversammlung zustimmen.

Damit schafft der umtriebige Unternehmer Fakten, die vielen Beteiligten nicht schmecken werden. Die Bundesregierung hatte bereits durchblicken lassen, dass sie mit der Entlassung des bisherigen Treuhänders Helmut Thoma nicht einverstanden ist. Auch MobilCom-Aufsichtsrat Dieter Vogel -- der entgegen dem Willen der Kreditgeber noch immer nicht zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde -- steht dem Handeln Schmids skeptisch gegenüber.

Unterdessen hatte Schmid -- gegen den bereits ein Ermittlungsverfahren läuft -- in einem Spiegel-Gespräch erklärt, dass die Umstände, die zu seiner Unterschrift unter den Treuhänder-Vertrag mit dem Ex-RTL-Chef Thoma führten, den strafrechtlichen Tatbestand der Nötigung erfüllten. Seine Ehefrau und er hätten nicht Thoma, sondern den früheren Debitel-Chef Joachim Dreyer als Treuhänder gewollt. "Aber dann hat man mir die Pistole auf die Brust gesetzt und gedroht, MobilCom Pleite gehen zu lassen, falls wir den Vertrag samt Treuhänder nicht unterschreiben", sagte Schmid. (tol)