Gericht: Ripken ist nicht mehr MobilCom-Aufsichtsrat

Da die Einspruchsfrist 14 Tage beträgt, könnte Klaus Ripken dennoch bei der MobilCom-Hauptversammlung am 27. Januar als Aufsichtsratsvorsitzender auftreten.

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  • Torge Löding

Klaus Ripken ist nach Beschluss des Amtsgerichts Schleswig nicht mehr Mitglied des Aufsichtsrates der MobilCom AG, bei der es zurzeit turbulent zugeht. Statt seiner wurde Ulf Gänger, Mitglied des Vorstandes der Hamburgischen Landesbank, in das Gremium bestellt. MobilCom sieht die Entscheidung des Gerichtes als "wesentlichen Beitrag zur Klärung der Aufsichtsratssituation".

Erst gestern drohten Vertreter des Bundeswirtschaftsministerium, MobilCom die finanzielle Unterstützung zu entziehen, wenn Klaus Ripken nicht seinen Posten räume, um den Weg für den Ex-Thyssen-Manager Dieter Vogel freizumachen. Vogel scheiterte bereits auf zwei Sitzungen des Gremiums bei dem Versuch, die erforderliche Stimmenmehrheit für den Aufsichtsratsvorsitz zu erlangen. Der Bund hatte Vogel eingesetzt, um zwischen MobilCom und Großaktionär France Telecom eine Einigung zu erzielen.

Bereits am 6. Dezember 2002 hatte MobilCom gemeldet, dass Ripken das Gremium zum Jahresende verlassen werde und sich ausdrĂĽcklich bei dem Manager fĂĽr dessen Verdienste um das Unternehmen bedankt. Ripken nahm seinen RĂĽcktritt dann aber wieder zurĂĽck, weil er sich unter Annahme "falscher Vorraussetzungen" dazu entschieden habe. Daraufhin hatte der MobilCom-Vorstand ein Feststellungsverfahren beim Amtsgericht eingeleitet.

Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Da die Einspruchsfrist 14 Tage beträgt, ist es denkbar, dass Ripken bei der MobilCom-Hauptversammlung am 27. Januar 2003 als Aufsichtsratsvorsitzender auftritt. Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr heise online jedoch, dass er das nicht tun werde. "Herr Ripken erkennt die Gerichtsentscheidung an", heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens.

Offen ist bislang auch, ob der Aufsichtsrat noch vor der Hauptversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen wird. Sowohl die Bundesregierung als auch MobilCom-Großaktionär France Telecom hatten darauf gedrängt, dass Vogel die Aufgabe übernimmt. Sie können jedoch die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht auf ein bestimmtes Wahlverhalten verpflichten. Ripken gilt als Vertrauter des ehemaligen MobilCom-Chefs Gerhard Schmid. (tol)