Retten die Raucher die GeldKarte?

Die GeldKarte soll künftig auch die Alterskontrolle am Zigarettenautomaten übernehmen.

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Von
  • Richard Sietmann

In vier Jahren, vom 1. Januar 2007 an, werden Raucher am Automaten keine Zigaretten mehr ohne Legitimationsprüfung ziehen können. Das verlangt die Mitte vorigen Jahres in Kraft getretene Neufassung des Jugendschutzgesetzes, um die Abgabe von Tabakwaren an Jugendliche unter 16 Jahren zu unterbinden.

Die gesetzliche Regulierung wird zu einem Marketingfall für die GeldKarte, der zwar weit verbreiteten, von den Konsumenten bislang jedoch noch kaum genutzten elektronischen Geldbörse mit dem eingeschweißten Chip in der Plastikkarte. Wie Peter Lind, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA), heute auf der OmniCard in Berlin mitteilte, sind zur Zeit schon etwa 50.000 von insgesamt rund 800.000 Zigarettenautomaten in der Bundesrepublik mit GeldKarte-Lesemodulen ausgestattet.

Banken und Sparkassen statten die jetzt ausgegebenen, kontogebundenen Karten mit einer neuen Generation des GeldKarten-Chip aus, bei dessen Einsatz sich am Automaten feststellen lässt, ob der Käufer die Altersgrenze von 16 Jahren erreicht hat. Nur im Fall einer positiven Abfrage wird das Gerät verkaufsbereit sein. Die Altersprüfung erfolgt mittels des vom Zentralen Kreditausschuss (ZKA) der Bankenverbände eigens zu diesem Zweck spezifizierten M-SAM-Moduls: In allen GeldKarten, die an volljährige Kontoinhaber ausgegeben werden, enthält der Chip ein Prüfmerkmal, welches das Terminal im Automaten bei jeder Einführung einer GeldKarte abfragt.

Fehlt das Volljährigkeitsmerkmal, fragt das Terminal im nächsten Schritt das Vorhandensein eines Alterskriteriums ab. Alle GeldKarten, die an einen noch minderjährigen Kontoinhaber ausgegeben werden, können auf dessen Wunsch mit dem Datum seines 16. Geburtstags kodiert werden; mit dieser Information errechnet der Automat später dann anhand des aktuellen Datums, ob die Altersgrenze bereits erreicht ist und gibt entsprechend den Verkauf frei oder nicht.

Wie Lind mitteillte, kann der Käufer dann immer noch entscheiden, ob er die Glimmstengel mit Münzen oder bargeldlos mit der Karte bezahlen möchte -- beim Bezahlvorgang und der Altersprüfung handelt es sich um getrennte Funktionen der GeldKarte. Lieber wäre ihm freilich die Karte, denn "unsere Unternehmen schieben pro Tag 40 Tonnen Münzen durch die Gegend". (Richard Sietmann) / (anw)