Cyberterror: Bundeswehr warnt vor Netz-Attacken

Renate Buss, Referatsleiterin im Verteidigungsministerium, warnt im telepolis-Gespräch davor, die Risiken durch Cyberterrorismus unterzubewerten.

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Von
  • Torge Löding

Renate Buss, Referatsleiterin für IT-Sicherheit im Verteidigungsministerium, warnt davor, die Risiken durch Cyberterrorismus unterzubewerten. Das sagte sie in einem Gespräch mit Telepolis. Auch wenn es beispielsweise bei dem Angriff auf die DNS-Root-Server im Internet im vergangenen Oktober für die Nutzer kaum Auswirkungen gegeben hatte, sollte man jetzt keine Entwarnung geben. "Ich sehe die Möglichkeit schon, dass eine Stadt durch einen IT-Angriff lahm gelegt werden könnte", sagte Buss. Besonders das Sicherheitsbewusstsein bei Privatnutzern und Mittelstand sei zu wenig ausgeprägt.

Skeptisch zeigte sich die Sicherheitsexpertin hinsichtlich versteckter Einfallstore in Microsoft-Betriebssystemen: "Wir sind nicht in der Lage, auch nur im Ansatz zu ĂĽberprĂĽfen, ob da irgendwelche Bugs drin sind -- selbst dann nicht, wenn Microsoft den Source-Code offenlegen wĂĽrde." Deshalb befĂĽrwortet sie die Entscheidung der Bundesregierung mit Open Source wie Linux zu arbeiten. "Schwachstellen gibt es auch bei Linux", stellte sie allerdings klar.

Renate Buss räumte ein, dass durch den IT-Outsourcing-Auftrag an ein Privatunternehmen zusätzliche Risiken entstehen, die aber beherrschbar seien. Die heutige IT der Bundeswehr wird aufgespalten in die private IT-Gesellschaft und das staatliche IT-Amt. "Sicher ist, dass Planung, Steuerung und Kontrolle der IT-Sicherheit im Ministerium verbleiben", stellte Buss klar. "Wichtig ist, dass man die Schnittstellen nach außen kennt und diese entsprechend sichert." Auch das achtköpfige CERT (Computer Emergency Response Team) verbleibe beim Ministerium.

Das vollständige Interview mit Renate Buss bringt Telepolis: (tol)